»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 4. Juni 2016, 19.00 Uhr

Rossana Rossignoli – Bruno Schneider – Andrea Kauten Rossana Rossignoli – Bruno Schneider – Andrea Kauten


Bruno Schneider, Horn
Rossana Rossignoli, Klarinette
Andrea Kauten, Klavier


Der in Lausanne geborene Hornist Bruno Schneider begann sein Musikstudium in den Fächern Horn und Gesang am Conservatoire von La Chaux de Fonds. Zwei Studienjahre verbrachte Bruno Schneider an der Musikhochschule Detmold in der Klasse von Michael Hoeltzel. Nach Jahren der Orchestertätigkeit in Spitzenensembles wie dem Tonhalle-Orchester Zürich, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Orchestre de la Suisse Romande ist Bruno Schneider jetzt Professor an der Musikhochschule Freiburg und an der »Haute École de Musique du Conservatoire de Genève«. Als Solist hat Bruno Schneider mit zahlreichen führenden Orchestern gespielt, seit 2003 als Solo-Hornist im Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado. Ferner war er Mitbegründer des »Bläserensemble Sabine Meyer«, ist Mitglied des »Ensemble Collage«. Die Komponisten Norbert Moret, Jörg Widmann, Eric Chasalow und Jost Meyer haben für ihn bedeutende zeitgenössische Hornwerke geschrieben.

Rossana Rossignoli, gebürtige Italienerin aus Verona, erhielt ihr Klarinetten-Diplom im Jahre 2001 am Konservatorium F. E. Dall Abaco. Anschliessendes Engagement bei der Orchester Akademie »Maggio Musicale Fiorentino« unter Zusammenarbeit mit R. Crocilla, A. Carbonare und T. Friedli. Bei internationalen Musikwettbewerben ging Rossana Rossignoli mehrfach als Preisträgerin hervor. So unter anderem bei Citta Carlino (2006), Giuseppe Tassis (2008) und Camillo Togni (2008). Des Weiteren ist sie Gewinnerin des Primavera Preises 2009 als herausragende Musikinterpretin ihrer Zeit. Als Solistin trat Rossana Rossignoli neben dem Arena Orchester Verona auch mit dem Sinfonieorchester Basel auf. Kammermusikalisch ist sie ferner zu hören mit dem Sine Nomine Quartett und dem Belcea Quartett. Als 1. Klarinettistin spielte Rossana Rossignoli bei renommierten Orchestern wie dem Orchestre National de France, Orchestra dell’ Arena di Verona, Orchestra del Teatro dell’ Opera di Roma und dem Haydn Orchester Bozen unter der Leitung von K. Mazur, V. Gerghiev und S. Ozawa. Weitere Engagements im Orchestre National d’Ile de France, Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI in Turin, Teatro La Fenice in Venedig, Orchestra della Toscana sowie bei der Cappella Andrea Barca von Andras Schiff. Seit 2010 ist Rossana Rossignoli festes Mitglied als Solo-Klarinettistin beim Sinfonieorchester Basel.

Andrea Kauten begann ihr Klavierspiel beim Basler Pianisten Albert Engel. Als 13-jährige stand sie im Finale des Jecklin-Wettbewerbs in Zürich; ein Jahr später gewann sie den 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs. Sie studierte an der Musikakademie Basel und an der Franz Liszt Musikakademie in Budapest. Seit 2006 veröffentlicht Andrea Kauten bei Sony Classical. 2006 und 2009 legte die Pianistin zwei CDs mit Kompositionen von Robert Schumann vor. Eine CD mit den Klaviersonaten von Franz Liszt folgte 2011. Für ihre 2012 veröffentlichte und hochgelobte Liszt-Doppel-CD hat die Pianistin Stücke für Klavier und Orchester sowie für Klavier Solo eingespielt. »Andrea Kauten – A Portrait« mit Werken von Beethoven, Chopin, Liszt und Rachmaninow präsentierte sie 2013. Seit 2006 ist Andrea Kauten künstlerische Leiterin der Kammermusikreihe »Klassik im Krafft-Areal«.



Programm

Robert Schumann Fantasiestücke op. 73
1810 – 1856 1. Zart und mit Ausdruck
2. Lebhaft, leicht
3. Rasch, mit Feuer
 
Robert Kahn Serenade für Klarinette, Horn und Klavier f-Moll op. 73
1865 – 1951 Andante sostenuto – Vivace – Tempo I – Allegretto non troppo
et grazioso – Più mosso – Tempo I – Poco più animato
 
Gioacchino Rossini Prélude, Thema und Variationen für Horn und Klavier
1792 – 1868
 
Richard Strauss Andante für Horn und Klavier opus posthum
1864 – 1949 Andante cantabile
 
Carl Reinecke Trio für Klarinette, Horn und Klavier B-Dur op. 274
1824 – 1910 1. Allegro moderato
2. Ein Märchen. Andante
3. Scherzo. Allegro
4. Finale. Allegro
 


1849 ist das letzte Dresdner Jahr Robert Schumanns. Im Frühjahr entstehen mehrere kleinere Kammermusikwerke, darunter auch die Fantasiestücke op. 73, drei Charakterstücke, die ohne Pausen ineinander übergehen. Schumann pflegte ja bekanntlich die Eigenart, zu bestimmten Zeiten nur Musik bestimmter Gattungen zu komponieren. So leiten die Fantasiestücke op. 73 eine Reihe von Kompositionen ein, die in der Absicht entstand, die Lieblingsinstrumente der Romantiker »an die Reihe« kommen zu lassen. Für den Komponisten waren es »zarte, duftende Blumen, die keinen Triumphzug durch den Salon machen wollen, sondern im stillen Kreise das Gemüth erquicken werden.«

Der in Mannheim geborene Robert Kahn begann seine Ausbildung als Komponist an der Hochschule für Musik in Berlin. Schon bald befreundet mit dem damaligen Leiter der Hochschule, dem berühmten ungarischen Geigenvirtuosen Joseph Joachim, lernte er über diesen auch Johannes Brahms kennen. Brahms’ Angebot, ihm Kompositionsunterricht zu erteilen, nahm der eher schüchterne Kahn zwar nicht an, folgte aber dessen Rat, seine Ausbildung in München bei Joseph Rheinberger fortzusetzen und abzuschließen. Die Serenade f-Moll op. 73 entstand 1923 zunächst als Trio für Oboe, Horn und Klavier. Kahns Berliner Verleger Simrock lehnte eine Veröffentlichung allerdings ab, falls es nicht auch eine zweite Version für ein klassisches Klaviertrio – Violine, Violoncello und Klavier – geben sollte. Kahn, von seinem Opus 73 überzeugt, überarbeitete daraufhin die Serenade, sodass sie von neun verschiedenen Trio-Besetzungen gespielt werden konnte, darunter auch: Klarinette, Horn und Klavier.

Gioacchino Rossini ist vor allem als Opernkomponist bekannt, aber er schrieb auch geistliche Musik, Kammermusik und Werke für Soloinstrumente. Gegen Ende seines Lebens komponierte Rossini nur noch wenig, doch 1857 veröffentlichte er unter dem Titel »Péchés de vieillesse« (Sünden des Alters) eine Sammlung von 200 kleineren Werken, die bei seinen kulinarisch-musikalischen Samstags-Soireen aufgeführt wurden, darunter auch das berühmte Prélude, Thema, Variationen für Horn und Klavier.

Richard Strauss war als Sohn von Franz Strauss, dem virtuosen ersten Solo-Hornisten des Münchner Hoforchesters, »von Haus aus« bestens vertraut mit dem »Klangraum« des Horns. So verwundert es nicht, dass in Strauss’ Opern und Tondichtungen, aber auch in seiner Kammermusik das Horn eine gewichtige Rolle spielt. Das Andante für Horn und Klavier entstand 1888 und war nicht zur öffentlichen Aufführung bestimmt. Der Komponist verehrte das stimmungsvolle Stück seinen Eltern zur silbernen Hochzeit.

Der »klassizistisch orientierte Romantiker« Carl Reinecke war schon fast 82 Jahre alt, als er 1905 sein spätes Meisterwerk, das Trio B-Dur op. 274 für Klarinette, Horn und Klavier, komponierte. Der heute nahezu vergessene Reinecke war in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein in ganz Europa beachteter Pianist. Er unterrichtete Klavier und Komposition am von Mendelssohn gegründeten Leipziger Konservatorium, das er bis 1902 auch leitete. Zu seinen Schülern gehörten Edward Grieg, Isaac Albeniz, Max Bruch und Felix Weingartner. Von 1860 bis 1895 war er Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters.



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