»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 24. September 2016, 19.00 Uhr

Daniel Johannsen Daniel Johannsen (Photo: Anette Friedel)


Daniel Johannsen, Tenor
Simon Bucher, Klavier


Der Tenor Daniel Johannsen, geboren 1978 in Wien, gehört zu den meistgefragten Evangelisten und Bach-Interpreten seiner Generation. Nach der Ausbildung zum Kirchenmusiker studierte er Gesang bei Margit Klaushofer und Robert Holl in Wien; er war Meisterschüler von Dietrich Fischer-Dieskau, Nicolai Gedda sowie Christa Ludwig und ist Preisträger des Bach-, Schumann-, Mozart-, Hilde-Zadek- und Wigmore-Hall-Wettbewerbs. Seit seinem Debüt 1998 führen ihn Auftritte als Konzert-, Lied- und Opernsänger mit Werken aller Epochen in die großen Musikzentren Europas, Nordamerikas, Japans und des Nahen Ostens. Neben regelmäßigen Konzerten im Wiener Musikverein ist er zu Gast bei zahlreichen Festivals (Styriarte Graz, Salzburger Festspiele, Israel Festival, La Folle Journée, internationale Bachfeste). Er musizierte unter der Leitung namhafter Dirigenten wie Sir Neville Marriner, Nikolaus Harnoncourt, Andrew Parrott, Reinhard Goebel und Hans-Christoph Rademann mit Israel Philharmonic, der Akademie für Alte Musik Berlin, den Wiener Philharmonikern und dem Gewandhausorchester Leipzig. Auf der Bühne ist der lyrische Tenor, den Engagements an das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz, die Oper Leipzig, die Volksoper Wien, das Theater Bonn und zu den Ludwigsburger Schlossfestspielen führten, mit Mozart-Partien, mit Werken des Barock, des 20. Jahrhunderts und der Moderne, aber auch in einigen Operettenrollen zu erleben. Liederabende mit der ganzen Bandbreite des deutschen Repertoires bilden einen Schwerpunkt in der Tätigkeit des Sängers, der mit Pianisten wie Simon Bucher, Burkhard Kehring, und Helmut Deutsch zusammenarbeitet. Als Solo-Alben liegen bislang Schumanns »Dichterliebe« und die (vom ORF prämierte) Kammermusik-CD »Tenore & Traverso« mit Arien von J. S. Bach vor. Darüber hinaus dokumentieren zahlreiche weitere (bei Carus, Sony, Deutsche Harmonia Mundi erschienene) Tonträger sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen seine künstlerische Arbeit. 2016/17 ist Daniel Johannsen abermals zu Gast bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden sowie bei den Herrenchiemsee-Festspielen. Graham Johnson lud den Sänger zu seinem Projekt »Schubert: The Complete Songs« in die Londoner Wigmore Hall ein. Auftritte führen ihn zum Bachfest Schaffhausen und ins Leipziger Gewandhaus. Auf seinem Terminkalender stehen Liederabende in Israel und, an der Seite von Charles Spencer, im Wiener Konzerthaus. Des weiteren ist er mit Bachs großen Oratorien in den Philharmonien von Berlin und München zu hören unter der Leitung von Enoch zu Guttenberg, der den Sänger auch für eine USA-Tournee verpflichtete, in deren Rahmen er in der New Yorker Carnegie Hall debütieren wird.

Der Pianist Simon Bucher ist ein gefragter Solist, Improvisator, Kammermusiker und Liedbegleiter. Er ist gern gesehener Gast an internationalen Musik-Festivals, wie etwa dem Carinthischen Sommer, Klavierfestival Ruhr, The Next Generation Dortmund, Nargen-Festival, RheinVokal, Liedrezital Zürich, Murten Classics oder Gaia Musikfestival. Nach Studien an der Hochschule der Künste Bern bei Erika Radermacher und Tomasz Herbut vervollständigte er seine Ausbildung bei Irwin Gage an der HMT Zürich. Prägende Impulse erhielt er zudem an Meisterkursen bei Ruben Lifschitz, Dalton Baldwin, Zakhar Bron, Klaus Hellwig, Béla Síki und Irene Schweizer. Der mehrfache Preisträger (Internationaler Brahms-Wettbewerb, Schweizerischer Tonkünstlerverein, Migros-Kulturprozent und Ernst-Göhner-Stiftung) ist Lied-Partner von Rachel Harnisch, Sibylla Rubens, Maya Boog, Daniel Johannsen, Robin Adams und Rudolf Rosen. Als Solist arbeitet er mit Dirigenten wie Daniel Klajner, Tonu Kaljuste, Michael Sanderling und Kaspar Zehnder. Neben seinen klassischen Tätigkeiten widmet sich Bucher dem Jazz, spielt improvisierte Solorezitale und ist Pianist und Mitbegründer des Duos »Petting goes Classic«. Eine Vielzahl seiner Konzerte wurde vom Rundfunk ausgestrahlt. Bei ARS Produktion und Carus entstanden mehrere CDs. Simon Bucher ist Künstlerischer Leiter der Konzertreihe »Das Lied Liedrezitale Bern«.



Programm

Othmar Schoeck  
1886 1957 Reiselied (Joseph von Eichendorff) op. 12 Nr. 1
Neujahrsglocken (Conrad F. Meyer) op. 60 Nr. 17
Das weiße Spitzchen (Conrad F. Meyer), op. 60 Nr. 20
An einem heitern Morgen (Ludwig Uhland) op. 20 Nr. 2
Die Natur (Matthias Claudius) op. 52 Nr. 5
Der Frühling (Matthias Claudius) op. 52 Nr. 6
Am Walde (Eduard Mörike) op. 62 Nr. 4
Abendlied (Matthias Claudius) op. 52 Nr. 10
Liederseelen (Conrad F. Meyer) op. 60 Nr. 2
Das heilige Feuer (Conrad F. Meyer) op. 60 Nr. 1
Mailied (Johann Wolfgang von Goethe) op. 19a Nr. 3
Auf der Teck (Eduard Mörike) op. 62 Nr. 6
Der römische Brunnen (Conrad F. Meyer) op. 60 Nr. 14
Kennst du das auch? (Hermann Hesse) op 24b Nr. 4
Lenzfahrt (Conrad F. Meyer) op. 60 Nr. 8
Der Reisebecher (Conrad F. Meyer) op. 60 Nr. 19
 
Franz Schubert  
1797 1828 Frühlingstraum (Wilhelm Müller) op. 89 D 911 Nr. 11
Im Frühling (Ernst Schulze) op. posth. 101 D 882 Nr. 1
Am See (Franz Seraph Ritter von Bruchmann) D 746
An den Mond in einer Herbstnacht (Aloys Wilhelm Schreiber) D 614
Erntelied (Ludwig Hölty) D 434
Herbst (Ludwig Rellstab) D 943
Trinklied (F. v. Meyerhofer nach W. Shakespeare) D 888
Der Winterabend (Karl Gottfried von Leitner) D 938
Auflösung (Johann Mayrhofer) D 807
 


Othmar Schoeck wurde 1886 in Brunnen im Kanton Schwyz geboren und verbrachte fast sein ganzes Leben in Zürich. Er wollte zunächst Maler werden wie sein Vater, entschied sich dann aber für die Musik. Er studierte am Konservatorium Zürich bei Friedrich Hegar und besuchte in den Jahren 1907 und 1908 die Meisterklasse für Komposition bei Max Reger in Leipzig. Zurück in Zürich war er als Chorleiter und Klavierbegleiter tätig. Von 1917 bis 1944 leitete er die Symphoniekonzerte in St. Gallen. Im deutschsprachigen Raum schuf sich Schoeck rasch einen Namen als Komponist. 1927 wurde sein Einakter »Penthesilea« op. 39 (nach Heinrich von Kleist) an der Dresdener Semperoper uraufgeführt. Dort erfolgte 1937 auch die Uraufführung seiner vieraktigen Oper »Massimilla Doni« op. 50 unter Leitung von Karl Böhm. Othmar Schoeck ist einer der bedeutendsten Liedkomponisten des 20. Jahrhunderts. Seine Liederzyklen wurden von namhaften Interpreten (wie Dietrich Fischer-Dieskau) aufgeführt und auf Tonträgern eingespielt. Seit den späten 1980er Jahren ist ein neu erwachtes Interesse an Schoecks Kompositionen zu beobachten. So wurde die Oper »Penthesilea« als eines der wichtigen Bühnenwerke des 20. Jahrhunderts in vielbeachteten Aufführungen in Basel (2007) und Dresden (2008) wiederentdeckt.

Franz Schubert wird am 31. Januar 1797 in Wien geboren. Ersten Geigen- und Klavierunterricht erhält er von seinem Vater, der die Begabung seines Sohnes früh erkennt und ihn 1804 Antonio Salieri vorstellt. Von Salieri empfohlen und vorbereitet, gehört Schubert nach einer Aufnahmeprüfung 1808 als Hofsängerknabe dem Stadtkonvikt an. Als Zögling dieser Eliteschule besucht er das Akademische Gymnasium. Schubert wird erster Sopransänger der Burgkapelle und von »oben« kommt die Anweisung, auf seine musikalische Bildung, »da er ein so vorzügliches Talent zur Tonkunst besitzt, besondere Sorgfalt« zu verwenden. Schwierigkeiten in den Fächern Latein und Mathematik, er komponierte zu dieser Zeit bereits sehr viel und verlor wohl einfach das Interesse an diesen Gegenständen, führen dazu, dass Schubert 1813, ein Jahr vor Ausbildungsende, das Konvikt verlässt. Bereits als Konviktzögling hat Schubert Kompositionsunterricht bei Salieri. Nach dem Verlassen des Konvikts bleibt er bis 1816 dessen Privatschüler. Als Schubert 1817 beschließt, als freier Komponist in Wien tätig zu sein, zählt sein OEuvre bereits mehr als 500 Werke, am Ende werden es mehr als ein tausend Kompositionen sein. Am 19. November 1828 stirbt Schubert an den Folgen einer Typhusinfektion.



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