»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 15. Juli 2017, 19.00 Uhr

Helmut Lörscher Trio Helmut Lörscher Trio (Photo: Carina Ulmann)


Helmut Lörscher Trio

»Tristanesque Reflections in Jazz«


Helmut Lörscher, Klavier
Bernd Heitzler, Kontrabass
Harald Rüschenbaum, Schlagzeug


Helmut Lörscher, 1957 geboren, erlernte das Klavierspiel autodidaktisch, noch bevor er im Alter von sechs Jahren den ersten Klavierunterricht erhielt. Früh zeigte er eine Neigung zur Improvisation und ausgeprägtes Interesse für Rock und Jazz. Im Alter von 19 Jahren debütierte der Pianist in Trier mit seinem ersten Solo-Rezital. 1978 nahm er sein Musikstudium an der Hochschule in Freiburg auf. Zunächst in den Hauptfächern Klavier bei Prof. André Marchand und Musiktheorie bei Prof. Peter Förtig, später folgte das Studium der Schulmusik. Von 1984 bis 1990 unterrichtete er als Lehrbeauftragter Improvisation an der Musikhochschule Trossingen und ab 1987 gleichzeitig Musiktheorie an der Hochschule für Musik Freiburg. 1990 wurde er dort auf eine Professur für Schulpraktisches Klavierspiel (Liedbegleitung, Partiturspiel, Improvisation) berufen. Seit 2006 ist Helmut Lörscher auch Prorektor der Hochschule für Musik Freiburg. Bereits im Laufe seines klassischen Studiums wandte er sich zunehmend dem Jazz zu. Er musizierte mit international namhaften Jazzmusikern wie Tony Lakatos, Dieter Ilg, Frank Haunschild, Norbert Gottschalk, Matthias Daneck, Harald Rüschenbaum, Henning Sieverts, Bernd Heitzler. Im Jahr 2001 gründete Helmut Lörscher mit Bernd Heitzler und Harald Rüschenbaum ein Jazztrio, das Ende 2006 die CD »badinerie - reflections in jazz« veröffentlichte. Das besondere Interesse Helmut Lörschers gilt der Entwicklung einer eigenen Musiksprache in der Auseinandersetzung mit Jazz, Neuer Musik und klassischer Tradition.

Bernd Heitzler wurde 1961 in Freiburg geboren, begann in früher Jugend Posaune zu spielen, ergriff mit 14 Jahren den E-Bass und nahm mit 19 den Kontrabass dazu. Neben seinen intensiven Studien im Jazzbereich lernte er auch klassischen Kontrabass bei Wolfgang Stert. Heute gehört er zu den meist beschäftigten Bassisten der süddeutschen Jazzszene. Seit 1989 ist er Gründungsmitglied des »Cécile Verny Quartets«, mit dem er sieben Studio-CDs sowie zahlreiche Live-Übertragungen einspielte und internationale Tourneen unternahm. Mit dem »Cécile Verny Quartet« erhielt der Bassist mehrfach Auszeichnungen und Preise, unter anderem den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für das Album »The Bitter and the Sweet« (2006). 2001 gründete er das »Bernd Heitzler Bass-Trio« mit welchem er 2004 die erste CD unter eigenem Namen veröffentlichte. Bernd Heitzler unterrichtet als Dozent an der Jazz & Rock Schule Freiburg, an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen und ist darüber hinaus regelmäßig als Dozent bei Workshops tätig. Seit dem Sommersemester 2008 hat er an der Hochschule für Musik Freiburg einen Lehrauftrag für Ensembleleitung im Bereich Pop und Jazz.

Harald Rüschenbaum, 1956 geboren, studierte klassisches Schlagzeug bei Prof. Herrmann Gschwendtner am Richard-Strauss-Konservatorium in München. Nach dem Abschluss 1980 ging er für ein Jahr zum Jazzstudium in die USA nach Boston, Los Angeles und New York. Zurück in München gründete er das Harald Rüschenbaum Jazz Orchestra, dem von Anfang an renommierte Musiker der lokalen Jazzszene, wie Thomas Zoller, Peter Tuscher und Thomas Faist angehörten. Der Erfolg der Band brachte Harald Rüschenbaum den Preis der Deutschen Phono-Akademie und 1985, als erstem Jazzmusiker überhaupt, den Kulturförderpreis der Stadt München. Seit 1993 ist er Leiter des Landes-Jugendjazzorchesters Bayern, seit 2002 unterrichtet er als Lehrbeauftragter an der Musikhochschule München. Als gefragter Sideman war und ist Harald Rüschenbaum mit zahlreichen international bedeutenden Jazzmusikern wie Ack van Rooyen, Clark Terry, Monty Alexander, Klaus Doldinger, Jiggs Wigham, Johnny Griffin, Don Menza, Lee Konitz, Buddy de Franco, Sandy Patton, Mark Murphy und den New York Voices weltweit unterwegs. Für seine vielfältigen Jazzaktivitäten, vor allem aber für seine exzellente Arbeit in der Jazz-Nachwuchsförderung, erhielt er 2003 das Bundesverdienstkreuz und 2006 die Carl-Orff-Medaille des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen.



Programm

»Tristanesque Reflections in Jazz«

Die drei Musiker präsentieren ein Programm, das im Wesentlichen auf Bearbeitungen und Kompositionen des Pianisten Helmut Lörscher basiert.




Das Jazztrio um den Pianisten Helmut Lörscher mit Bernd Heitzler, bass, und Harald Rüschenbaum, drums, arbeitet seit 2001 zusammen in der Absicht, kammermusikalischen Jazz in lebendig dichtem Zusammenspiel zu verwirklichen, überwiegend anhand eigener Kompositionen, in denen auch Elemente der klassischen Musik jazzstilistisch reflektiert werden.

Pianist Lörscher ließ dabei Erfahrungen einfließen, die er erstmals im Bachjahr 2000 machte: Da begleitete er die Kabarettisten Matthias Deutschmann und Georg Schramm auf Tournee im Jazztrio mit Dieter Ilg, bass, und Matthias Daneck, drums.

Die Idee der Bearbeitung Bachscher Themen in der Sprache des zeitgenössischen Jazz, ergänzt durch Originalkompositionen und Arrangements bekannter Standards, in denen das Spiel mit polyphonen Satztechniken beleuchtet wird, kulminierte in dem 2006 veröffentlichen Album »badinerie reflections in jazz«. Kurz nach Erscheinen wurde die CD im Online Music Magazin zum besten Jazz- Album des Monats Dezember gekürt. Es folgten deutschlandweite Rundfunkübertragungen (Deutschlandradio, SWR,MDR, WDR, SR, BR u.a.) sowie eine Einladung zum Bachfest Leipzig 2007. Bis heute hat sich das Programm mit neuen Kompositionen zu einer umfassenden Reflexion barocker Kontrapunktik in der Sprache des modernen Jazz weiterentwickelt.

Nach den begeistert aufgenommenen Konzerten des Helmut Lörscher Trios in den Jahren 2010, 2011 und 2013 gastiert das Trio nun erneut in Fahrnau, dieses Mal unter dem Motto »Tristanesque Reflections in Jazz«. Das Trio präsentiert eine ebenso unterhaltsame wie tiefgründige Reflexion der Musik Richard Wagners aus Sicht des modernen Jazz. Sie verfolgt den in den vorangehenden Programmen eingeschlagenen Weg konsequent weiter: bekannte Themen und Leitmotive im Stil des zeitgenössischen Jazz und mit dessen Mitteln zu verarbeiten.

Eine Besonderheit als Konzertabschluss: Die »obligatorische« Zugabe wird von Helmut Lörscher als Soloimprovisation über ein spontan vom Publikum vorgegebenes Thema gestaltet.



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