»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 10. Dezember 2016, 19.00 Uhr

SWDKO Pforzheim – Timo Handschuh – Andrea Kauten SWDKO Pforzheim – Timo Handschuh – Andrea Kauten (Photo: Bechtle/Molina)

Dr. Wolfgang Griep – »Karneval der Tiere« (Text und Sprecher) Dr. Wolfgang Griep – »Karneval der Tiere« (Text und Sprecher; Photo: Klassik im Krafft-Areal)


Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim

Timo Handschuh, Leitung
Andrea Kauten, Klavier
Peter Bromig, Horn
Wolfgang Griep, Text und Sprecher


Das als Basis mit vierzehn Musikern besetzte Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim ist eines der wenigen Full-time-Kammerorchester. Gegründet wurde das Ensemble im Jahr 1950 vom Hindemith-Schüler Friedrich Tilegant. Rasch fanden die Pforzheimer internationale Anerkennung. Dietrich Fischer-Dieskau, Frans Brüggen und Yehudi Menuhin waren nur einige der musikalischen Größen, mit denen das »Südwestdeutsche« zusammenarbeitete. Mehr als 250 Schallplatten und CDs hat das Südwestdeutsche Kammerorchester eingespielt, von denen eine ganze Reihe mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Zahlreiche Uraufführungen belegen seine Kompetenz auch für die zeitgenössische Musik. Auch in jüngerer Zeit musizierte das Kammerorchester mit international bekannten Solisten wie Nigel Kennedy, Mischa Maisky, Cyprien Katsaris, Christian Tetzlaff oder Lars Vogt und war in ganz Europa (Festival Prager Frühling, Schleswig-Holstein-Musikfestival, Schwetzinger Festspiele, Festival Euro Mediterraneo Rom, OsterKlang Wien, Sala Verdi Mailand, Auditorio Nacional Madrid, Berliner Philharmonie), in den USA und in Japan zu Gast.

Timo Handschuh, 1975 in Lahr geboren, absolvierte ein Kirchenmusik- und ein Kapellmeisterstudium, das er 2004 an der Musikhochschule Freiburg mit Auszeichnung abschloss. Noch während des Studiums wurde Timo Handschuh 2002 als Assistent des Chordirektors und Solorepetitor an der Staatsoper Stuttgart engagiert. Ab 2007 wirkte er als musikalischer Assistent von Generalmusikdirektor Manfred Honeck und leitete in den darauffolgenden Jahren als Kapellmeister und Gastdirigent mehr als hundert Vorstellungen an der Staatsoper, u.a. Madam Butterfly, Idomeneo, Così fan tutte, Il Trovatore, Le Nozze di Figaro, Die Fledermaus, Aida, Der fliegende Holländer und Der Freischütz. 2011 wurde er als Generalmusikdirektor an das Theater Ulm berufen. Neben der Opernarbeit hat sich Timo Handschuh ein weit gespanntes Repertoire in den Bereichen Sinfonik und Kammerorchester erarbeitet, das von der Barockmusik in historisch informierter Aufführungspraxis über die Meisterwerke der Klassik und Romantik bis zur klassischen Moderne reicht. Er dirigierte das Staatsorchester Stuttgart, das Philharmonische Orchester Ulm, das Württembergische Kammerorchester Heilbronn, das Stuttgarter Kammerorchester sowie andere renommierte Sinfonieorchester. Seit der Konzertsaison 2013/14 ist Timo Handschuh Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim.

Andrea Kauten begann ihr Klavierspiel beim Basler Pianisten Albert Engel. Als 13-jährige stand sie im Finale des Jecklin-Wettbewerbs in Zürich; ein Jahr später gewann sie den 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs. Sie studierte an der Musikakademie Basel und an der Franz Liszt Musikakademie in Budapest. Seit 2006 veröffentlicht Andrea Kauten bei Sony Classical. 2006 und 2009 legte die Pianistin zwei CDs mit Kompositionen von Robert Schumann vor. Eine CD mit den Klaviersonaten von Franz Liszt folgte 2011. Für ihre 2012 veröffentlichte und hochgelobte Liszt-Doppel-CD hat die Pianistin Stücke für Klavier und Orchester sowie für Klavier Solo eingespielt. »Andrea Kauten – A Portrait« mit Werken von Beethoven, Chopin, Liszt und Rachmaninow präsentierte sie 2013. Seit 2006 ist Andrea Kauten künstlerische Leiterin der Kammermusikreihe »Klassik im Krafft-Areal«.

Ersten Hornunterricht erhielt der 1959 geborene Peter Bromig bei Peter Steidle. Ab 1977 studierte er an der Kölner Musikhochschule bei Erich Penzel. Peter Bromig ist Mitglied des Dauprat-Hornquartetts und des ensemble 13. Er erhielt Einladungen nach Lockenhaus und anderen internationalen Kammermusikfestivals. Seit 1980 ist er Solohornist des SWR Sinfonieorchesters.

Dr. Wolfgang Griep ist Historiker und Literaturwissenschaftler. Er forschte über die deutschsprachige Reiseliteratur des 18. Jahrhunderts. Seit 2005 betreibt er einen Kleinverlag, hält Vorträge und macht Musikalisches u.a mit dem Harald Rüschenbaum Trio. Für Camille Saint-Saëns Klassiker »Karneval der Tiere« hat er zur Aufführung in Fahrnau einen neuen Text verfasst!



Programm

Luigi Cherubini Sonata I für Horn und Streichorchester
1760 – 1842 Larghetto
 
  Sonata II für Horn und Streichorchester
  Largo – Allegro moderato
   
Carl Reinecke Konzertstück B-Dur op. 33 für Klavier und Orchester
1824 – 1910 Allegro – Lento ma non troppo – Allegro
   
Camille Saint-Saëns »Karneval der Tiere« Große zoologische Fantasie
1835 – 1921 1.   Introduktion und königlicher Marsch der Löwen
2.   Hühner und Hähne
3.   Wilde Esel (schnelle Tiere)
4.   Schildkröten
5.   Der Elefant
6.   Kängurus
7.   Das Aquarium
8.   Persönlichkeiten mit langen Ohren
9.   Der Kuckuck im tiefen Wald
10. Das Vogelhaus
11. Die Pianisten
12. Fossilien
13. Der Schwan
14. Grand Finale

 


In Italien geboren und musikalisch geprägt, verbrachte Luigi Cherubini den größten Teil seines Lebens in Paris. Er schrieb Werke in nahezu allen Musikgattungen, bekannt wurde er jedoch vor allem als Opern- und Kirchenmusikkomponist. Beethoven zählte Cherubini zu seinen bedeutendsten Zeitgenossen. Zeitzeuge großer politischer Umwälzungen von Revolution und Restauration, geriet Cherubini immer mal wieder in Opposition zu den gerade herrschenden Parteien. Trotzdem wurde er 1796 zum Inspektor und 1822 zum Direktor des Pariser Konservatoriums ernannt. Originalität der Themen, Strenge und technische Finesse sind die charakteristischen Merkmale seiner Musik. Die beiden Horn-Sonaten schrieb Cherubini für Frédéric Duvernoy, Hornist im Orchester der Pariser Oper und Mitglied der »Chapelle de l'Empereur«, die bei Empfängen Napoleons für die musikalische Unterhaltung sorgte.

Der heute nahezu vergessene Carl Reinecke war in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein in ganz Europa beachteter Pianist und Komponist. Er unterrichtete Klavier und Komposition am von Mendelssohn gegründeten Leipziger Konservatorium, das er bis 1902 auch leitete. Zu seinen Schülern gehörten Edward Grieg, Max Bruch und Felix Weingartner. Von 1860 bis 1895 war er Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters.

»Der Karneval der Tiere« ist heute sicher das populärste Werk des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns. Genau das hatte Saint-Saëns befürchtet und deshalb die Veröffentlichung des Werkes zu Lebzeiten untersagt. Er fürchtete die Beschädigung seines »eigentlichen« Œuvres und um seinen Ruf als Komponist. Die Uraufführung 1886 sowie zwei weitere Aufführungen erfolgten im privaten Rahmen. Nur für die berühmte Primaballerina Anna Pawlowa gab er den »Schwan« frei, der unter dem Titel »Der sterbende Schwan« weltberühmt wurde. Die Suite aus vierzehn kurzen Sätzen mit den programmatischen Titeln war eine Gelegenheitsarbeit anlässlich eines Hauskonzerts und keineswegs für Kinder gedacht. Auffällig, dass Saint-Saëns Fossilien und Pianisten zu den »Tieren« rechnet. Der »Karneval der Tiere« ist eben vor allem »Maskerade«. Auf humorvolle und ironische Weise setzt sich Saint-Saëns mit seinen musikalischen Zeitgenossen und mit der Musik seiner Zeit auseinander. Zu diesem Zweck steckt er seine Berufskollegen wie zum Beispiel Mozart, Mendelssohn, Rossini, Berlioz und Offenbach in Tiermasken. Die erste posthume Aufführung des Werks erfolgte zur Karnevalszeit 1922 in Paris.



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