»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 26. November 2016, 19.00 Uhr

Klavierduo Stenzl Klavierduo Stenzl (Photo: Andreas Keller)


Hans-Peter Stenzl, Klavier
Volker Stenzl, Klavier


Hans-Peter und Volker Stenzl haben sich zu einem Inbegriff für außergewöhnliche musikalische Intelligenz und Klavierduospiel auf höchstem Niveau entwickelt. Die »Freiheit eines Solisten mit vier Händen« sowie das nuancenreiche Ausleuchten der komplexen Partituren bis in die feinsten Verästelungen hinein sind ihre Markenzeichen. Studiert haben die beiden Stenzls in Stuttgart, Frankfurt und London (Konzertexamen solo und Duo mit Auszeichnung) bei Renate Werner, Herbert Seidel, Frank Wibaut, Hamish Milne, Stephen Kovacevich und Alfred Brendel. Wichtige künstlerische Impulse erhielten sie außerdem von Bruno Canino und Norbert Brainin.

Ihre internationale Karriere begann mit Preisen bei elf nationalen und internationalen Musikwettbewerben, u.a. 1986 ARD/München, 1989 Deutscher Musikwettbewerb und Dranoff/Miami. 1991 gaben sie ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen. Seither sind sie zu Gast gewesen in vielen Ländern Europas, in Afrika, Nord- und Südamerika, Japan, China und Hongkong. Sie sind bei namhaften Musikfestivals aufgetreten und in großen Konzertsälen wie Royal Festival Hall London, Wigmore Hall London, Merkin Concert Hall New York, Nichols Concert Hall Chicago, Lincoln Theatre Miami, Suntory Hall Tokyo, Cultural Centre Hong Kong, Philharmonic Hall Guangzhou, Philharmonie Berlin, Konzerthaus Berlin, Frauenkirche Dresden, Tonhalle Düsseldorf, Alte Oper Frankfurt, Laeiszhalle Hamburg, Philharmonie Köln, Herkulessaal München, Gasteig München, Liederhalle Stuttgart, Salle Gaveau Paris, Stefaniensaal Graz, Philharmonie Bratislava, Ateneul Bukarest, Kolarac Belgrad, Philharmonie Belgrad, Manoel Theatre Malta, International House of Music Moskau, Philharmonie St. Petersburg, Philharmonie Nishnij Novgorod, Orgelsaal Arhangelsk, Philharmonie Ufa, Oper Kairo, Oper Alexandria, Teatro Teresa Careno Caracas und v.a.

Bedeutende Dirigenten haben Hans-Peter und Volker Stenzl als Solisten eingeladen: Helmuth Rilling, Karl Anton Rickenbacher, Konrad Latte, Gerd Albrecht, Neal Stulberg, Wojciech Rajski, Max Pommer, Yordan Kamdzhalov, Wolf-Dieter Hauschild, Wolfgang Schäfer, Hans Michael Beuerle, Hartmut Haenchen, Daniel Raiskin, Wayne Marshall, Martin Fischer-Dieskau, Thomas Hengelbrock, Gustavo Dudamel u.a.

Vielbeachtete CD-Aufnahmen, Rundfunk-und Fernsehproduktionen dokumentieren die stilistische Bandbreite der Stenzls an einem und an zwei Klavieren.

Musikalisch-literarische Programme, u.a. mit Karl Michael Vogler, Hans Clarin, Loriot, Nina Petri, Gisela Schneeberger, Bernt Hahn, Roger Willemsen und Stefan Fleming, runden das Profil des Duos ab.

Als renommierten Pädagogen ist es Hans-Peter und Volker Stenzl ein besonderes Anliegen, junge Pianisten und Klavierduos zu individuellen, selbständigen Künstlerpersönlichkeiten zu erziehen. An der hmt Rostock bekleiden sie die weltweit erste Professur für Klavierduo, außerdem unterrichten sie an den Musikhochschulen in Stuttgart (Hans-Peter) und Trossingen (Volker). Aus ihren Klassen sind zahlreiche internationale Preisträger hervorgegangen, etliche ihrer ehemaligen Studenten sind selbst schon Hochschullehrer.

Meisterkurse und Jurytätigkeiten im In- und Ausland ergänzen die Aktivitäten von Hans-Peter und Volker Stenzl, die 1996 zu »Associates of the Royal Academy of Music London« ernannt wurden.



Programm

György Kurtág Aus »Játékok – Spiele für Klavier«
*1926 Nebelkanon
Zorniger Choral
Spiel mit dem Unendlichen
Hommage à Verdi (sopra: Caro nome che il mio cor)
Hommage à Szervánszky (Stille)
Kyrie
Hommage à J.S.B.
 
  Bearbeitung des Bach-Chorales
»Alle Menschen müssen sterben«, BWV 643
   
Ferruccio Busoni Improvisation über Bachs Choral
1866 – 1926 »Wie wohl ist mir, o Freund der Seele«
   
György Ligeti Sonatina
1923 – 2006 Allegro – Andante – Vivace
   
Max Reger Variationen und Fuge über ein Thema
1873 – 1916 von Ludwig van Beethoven, op.86
   


»György Kurtág schafft sein Werk vor dem Hintergrund der Vergänglichkeit, der Beschränktheit, vielleicht der Sinnlosigkeit des menschlichen Lebens […]. Er fixiert die Spuren der eigenen Existenz […]. Relativ klein ist sein Œuvre, ausgesprochen kurz sind zahlreiche seiner Stücke, vorläufig Abgeschlossenes steht neben Fragmentarischem, Offenem […]. Der Zweifel am ein für allemal fixierten ›Opus‹ scheint der Grund dafür zu sein, dass Kurtág viele seiner Stücke in offenen Werkreihen zusammenstellt, die unabgeschlossen weiter wuchern, sich von Stück zu Stück, von Werkreihe zu Werkreihe untereinander verbinden und in nahezu beliebiger Auswahl aufgeführt werden können. […] Die Fäden laufen hin und her, die Fassungen lösen einander ab, die Hommagen verbinden sich zu Erinnerungsnetzen. Das begann bereits 1973 mit den ›Spielen‹ (›Játékok‹) für Klavier, von denen es mittlerweile 8 Bände mit zwei- und vierhändigen Stücken gibt. Eine Auswahl aus ›Játékok‹ pflegte Kurtág selbst gemeinsam mit seiner Frau Márta in Konzertprogrammen zu spielen, untermischt mit Klavierarrangements von Werken J. S. Bachs. ›Játékok‹ enthält unterschiedlichste Einzelstücke: schlichte, üppige, abstrakte, klangmalerische, folkloristische, schwere und leichte. Gelegentlich wird dieselbe Komposition mehrmals variiert vorgestellt. Spürbar ist vor allem die spontane Freude an allen Facetten des Klavierklangs.« (Peter Bitterli)

Ferruccio Busoni, Klaviervirtuose, Dirigent und Komponist, verdanken wir neben eigenen Kompositionen viele bemerkenswerte Bearbeitungen von Werken der Musikgeschichte. Besonders häufig wählte er Werke Johann Sebastian Bachs als Grundlage eigener Kompositionen. Wobei im Sinne Busonis – und auch Bachs – Komponieren und Bearbeiten ein und dasselbe bedeuten. Das Chorallied »Wie wohl ist mir, o Freund der Seele« hat Busoni gleich zwei Mal bearbeitet. Im Jahre 1900 im Variationensatz seiner zweiten Violinsonate und dann noch einmal 1916 in seiner Improvisation (Variation) für zwei Klaviere.

György Ligeti war ein österreichisch-ungarischer Komponist. Er gilt als einer der bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Ligeti durch die Verwendung seines Orchesterwerks »Atmosphères« im Film »2001: Odyssee im Weltraum« von Stanley Kubrick.

Wie einige andere Komponisten der Zeit um 1900 ist Max Reger etwas in Vergessenheit geraten. Bekannt ist heute vor allem sein Orgelwerk, doch auch im Bereich der Kammermusik hat Reger bedeutende Werke geschaffen. Orientiert an Bach, Beethoven und Brahms, bewahrt er die überlieferten Formen – Fuge, Variation, Suite –, erweitert aber zugleich die Tonalität bis an die Grenze zur Atonalität. Sein Opus 86 »12 Variationen und Fuge über ein Thema von Ludwig van Beethoven« entstand 1904, in Regers intensivster Schaffensperiode. Der Zyklus wurde von der Kritik und vom Publikum begeistert aufgenommen. Allein Reger brachte das Werk mit wechselnden Partnern 132 Mal zur Aufführung.



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