»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 1. April 2017, 19.00 Uhr     – –    Benefizkonzert    – –    Benefizkonzert    – –

Andrea Kauten Andrea Kauten(Photo: Josep Molina)

Andrea Kauten, Klavier


Christian Seiffert:

»Helfen wir dieser schwer kranken Frau!«


Liebe Musikfreunde,

die heute 26 Jahre alte Zofia Jedrzejewska (sprich: »Sofia Jedschejewska«), Tochter unserer langjährigen Warschauer Freunde, leidet seit 4 Jahren unter Systemischem Lupus Erythematodes. Unabhängig davon musste sie sich ebenfalls vor 4 Jahren zweimal an der Wirbelsäule operieren lassen. Lupus ist eine unheilbare Autoimmunkrankheit, die bei Zofia besonders schwer verlaufen ist. Die zentralen und peripheren Nerven, sowie Gelenke und Muskeln sind dadurch geschädigt worden. Die Operationen der Wirbelsäule haben statt der erhofften Besserung weitere irreparable Schäden verursacht. Zofia, früher eine aktive und vielseitig begabte Person, leidet heute trotz stärksten Schmerzmitteln unter schwer erträglichen Schmerzen sowie Lähmungen, welche sie an den Rollstuhl fesseln und sie dazu zwingen, die meiste Zeit zu liegen. Sie musste alle Zukunftspläne aufgeben und kann ihren Alltag nur unter grösster Anstrengung bewältigen. Weil die Möglichkeiten des polnischen Gesundheitssystems beschränkt sind, hat sich die verzweifelte Familie an uns gewandt, in der Hoffnung, Unterstützung für eine erfolgreiche Behandlung in einer schweizerischen Klinik oder einer Privatklinik in Osteuropa zu erhalten. Zofia war bis jetzt zweimal in der Universitätsklinik Basel für eine genaue Diagnose, deren Kosten unsere Familie getragen hat. Man hat ihr Vorschläge für eine Rehabilitation und eine weitere Operation unterbreitet. Diese nächsten Behandlungsschritte sind sehr aufwändig und ohne die Unterstützung durch einen Versicherer enorm teuer. Unsere Bitte geht an alle, einen Beitrag zu leisten, um den leidvollen Zustand dieser jungen Frau zu verbessern und ihr in weiterer Zukunft zu ermöglichen, wieder selbständiger zu leben sowie auf ihrem erlernten Beruf (Pferdewissenschaft) zu arbeiten.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!


Weitere Informationen finden Sie unter:
 https://miteinander-erfolgreich.ch/projects/freunde-von-zofia.




Andrea Kauten begann ihr Klavierspiel beim Basler Pianisten Albert Engel. Als 13-jährige stand sie im Finale des Jecklin-Wettbewerbs in Zürich; ein Jahr später gewann sie den 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs. Ausgebildet an der Musikakademie Basel und an der Franz Liszt Musikakademie in Budapest, verfügt Andrea Kauten über ein breitgefächertes Repertoire.

Ihre erste CD mit Werken von Liszt, Goldmark und Rachmaninow erschien 1993. Zwei CDs mit Werken von Robert Schumann veröffentlichte sie bei Sony Classical 2006 und 2009. Eine CD mit Werken von Franz Liszt (h-Moll-Sonate, »Dante-Sonate«) erschien 2011. Auf ihrer 2012 veröffentlichten und hochgelobten Liszt-Doppel-CD hat die Pianistin Werke für Klavier und Orchester sowie für Klavier Solo (Totentanz, Malédiction, Ungar. Fantasie, »Années de Pèlerinage«, Mephisto-Walzer, 14. Ungar. Rhapsodie) eingespielt. Im Dezember 2013 veröffentlichte Sony die Doppel-CD »Andrea Kauten – A Portrait« mit Werken von Ludwig van Beethoven (»Mondscheinsonate« und »Pathétique«), Frédéric Chopin (die große Sonate mit dem Trauermarsch), Franz Liszt (»Consolations«, der »Liebestraum« und die 15. ungarische Rhapsodie), Robert Schumann (»Album für die Jugend«) sowie Sergei Rachmaninow (das berühmte Prélude op. 3 Nr. 2 in cis-Moll sowie das Prélude op. 23 Nr. 5 g-Moll).

Seit 2006 ist Andrea Kauten künstlerische Leiterin der Kammermusikreihe »Klassik im Krafft-Areal«.



Programm

Robert Schumann Aus »Album für die Jugend« op. 68
1810 – 1856 1. Melodie
2. Soldatenmarsch
3. Armes Waisenkind
4. Wilder Reiter
 
Wolfgang Amadeus Mozart 12 Variationen über »Ah, vous dirai-je Maman« KV 265
1756 – 1791  
   
Ludwig van Beethoven Klaviersonate Nr. 14 cis-Moll op. 27 Nr. 2
1770 – 1827 »Sonata quasi una Fantasia«
  »Mondscheinsonate«
  1. Adagio sostenuto
2. Allegretto
3. Presto agitato
 
Frédéric Chopin Fantaisie-Impromptu op. posth. 66 cis-Moll
1810 – 1849  
   
Robert Schumann Carnaval op. 9
  1. Préambule, 2. Pierrot, 3. Arlequin, 4. Valse noble,
5. Eusebius, 6. Florestan,7. Coquette, 8. Réplique (Sphinxes),
9. Papillons, 10. A.S.C.H. – S.C.H.A. (Lettres dansantes),
11. Chiarina, 12. Chopin, 13. Estrella, 14. Reconnaissance,
15. Pantalon et Colombine, 16. Valse allemande,
17. Intermezzo: Paganini, 18. Aveu, 19. Promenade, 20. Pause,
21. Marche des »Davidsbündler« contre les Philistins
 


Das Album für die Jugend op. 68 komponierte Robert Schumann 1848 für seine drei Töchter. Das Album entstand in der Zeit der Revolution, die nicht Schumanns Sache war. Er wünschte sich die innere Befreiung durch die Musik – für Kinder und Erwachsene. Mit seinem Opus 68 gelang Robert Schumann ein Werk »heiliger Einfalt«, so recht im Hölderlinschen Sinne – Schlichtheit und Anspruch sind natürlich vereint. Robert Schumann schreibt an Carl Reinecke: »Es war mir, als finge ich noch einmal von vorn an zu komponieren.«

Die Variationen KV 265 komponierte Mozart 1781, gerade in Wien angekommen, für seine jungen adeligen Klavierschülerinnen. Als Thema der Variationen dient ihm die Liedmelodie zu dem leicht frivolen Gedicht »Les Amours de Silvandre« (Die Zärtlichkeiten Silvandres). Darin erzählt ein junges Mädchen der Mutter: »Ah, vous dirai-je maman, ce qui cause mon tourment …« (Ach Mama, ich werde dir sagen, was meinen Kummer verursacht …).

Der populäre Titel »Mondscheinsonate« stammt nicht vom Komponisten. Ludwig van Beethoven gibt seiner Sonate in cis-Moll den Beinamen »Sonata quasi una Fantasia«, da die Sonate in ihrem Aufbau von der klassischen Form abweicht. Der typische erste schnelle Satz in Sonatenhauptsatzform fehlt. Stattdessen beginnt die Sonate mit einem Adagio von »berückender emotionaler Wirkung«. Ein lyrisches Allegretto (Liszt: »Eine Blume zwischen zwei Abgründen.«) folgt, worauf sich das voranstürmende und hochdramatische Finale – in Sonatenhauptsatzform – anschließt.

Impromptus (von lateinisch »in promptu esse«, zu deutsch: »in Bereitschaft sein«, »zur Verfügung stehen«) sind »wie aus dem Stegreif improvisiert wirkende Fantasien. In brillantem Stil greifen sie, entsprechend der romantischen Ästhetik, den augenblicklichen Gemütszustand auf.« (Karin Steinebrunner)

Der virtuose Tanzzyklus Carnaval op. 9 mit dem Untertitel »Scènes mignonnes composées pour le Pianoforte sur quatre notes« entsteht in den Jahren 1834/1835. Robert Schumann ist zu dieser Zeit noch mit Ernestine von Fricken verlobt, aber auch schon in Clara Wieck verliebt. Beide Frauen haben neben den Figuren der Commedia dell’Arte beim »Carnaval« ihren Auftritt: Estrella ist Ernestine, Chiarina ist Clara. Musikalische Überraschungsgäste sind Schumanns Zeitgenosse Chopin und der Geigenvirtuose Paganini. Obwohl Robert Schumann die Verlobung mit Ernestine noch 1835 löst, setzt er ihr mit dem »Carnaval« ein musikalisches Denkmal. Die von Frickens besitzen ein Gut bei dem böhmischen Städtchen Asch. Die Buchstaben dieses Ortsnamens liefern Schumann die vier im Untertitel genannten Noten: A-Es-C-H. Zugleich sind genau diese vier Buchstaben die einzigen in Schumanns Nachnamen, die als Töne umsetzbar sind: Es-C-H-A. Die Motive A-Es-C-H und Es-C-H-A initialisieren in den Stücken die melodische Entwicklung.



  Programm-Faltblatt als PDF-Dokument


  nächstes Konzert


 Seitenanfang


CD7-Cover

CD6-Cover

CD5-Cover

CD4-Cover

CD3-Cover

CD2-Cover

CD1-Cover

© 2006-2017 Klassik im Krafft-Areal