»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 13. Mai 2017, 19.00 Uhr

Monika Egri und Attila Pertis Monika Egri und Attila Pertis (Photo: Andras Mezö)


Monika Egri, Klavier
Attila Pertis, Klavier


Das Klavierduo Egri & Pertis wurde von dem Pianisten-Ehepaar Monika Egri und Attila Pertis in Budapest gegründet. Nach ihrem Studium am Béla-Bartók-Konservatorium in Budapest, setzten sie ihre Ausbildung in Wien fort, wo sie das zweite Klavierdiplom bei Prof. Heinz Medjimorec an der Universität für Musik ablegten. Egri & Pertis siegten bei mehreren internationalen Klavierduo-Wettbewerben. Es folgten Einladungen zu namhaften Festivals: Carinthischer Sommer, Wiener Festwochen, Klangbogen Wien, Midem Classique Cannes, Londoner Bishopsgate-Series etc. Weitere Auftritte führten das Klavierduo nach Deutschland, Großbritannien, die Schweiz, Kanada und in die USA, wo sie im Kennedy-Center in Washington konzertierten.

Die Meinung, dass es nur wenig Literatur für Klavierduo gibt, ist ebenso weit verbreitet wie falsch. Dieser Irrtum wird auch dadurch genährt, dass im Handel tatsächlich nur ein Bruchteil des Duo-Repertoires erhältlich ist. Der größte Teil der Literatur schlummert hingegen in Bibliotheken und Privatsammlungen. Deshalb arbeitet das Duo Egri & Pertis seit vielen Jahren systematisch daran, die Schätze dieser Musikgattung Stück für Stück zu heben und zu neuem Leben zu erwecken. Die Früchte ihrer Forschungsarbeit sind – neben den exklusiven Konzertprogrammen – mit zahlreichen Ersteinspielungen auf 16 CDs und einer DVD dokumentiert. 1996 konnte das Duo außerdem eine Rarität erwerben: einen Pleyel Doppelflügel, von dem weltweit nur mehr einige wenige Exemplare existieren.

Im Jahr 2000 gab es ein umjubeltes Debüt des Klavierduos bei den Wiener Festwochen im Wiener Musikverein. 2002 wurde dem Duo Egri & Pertis der »Franz Liszt-Staatspreis«, 2006 der »Artisjus Preis« und 2007 der »Grammophon Klassik Preis« zuerkannt. Ihre Gesamtaufnahme aller Opernfantasien von Liszt wurde mit dem »Grand Prix International du Disque Liszt« ausgezeichnet.

Seit 2008 weitere Vertiefung in der Schubert-Literatur: Mitarbeit an der Neuen Schubert Gesamtausgabe (Bärenreiter), Komplettierung und Uraufführung der Originalversion des Rondos in D-Dur, Auftritte bei verschiedenen Schubert-Festivals (Schubertiade Atzenbrugg 2008, Schubertiade Dürnstein mit Robert Holl 2010, Bandpräsentation inkl. CD-Aufnahme mit Walburga Litschauer ÖAW 2012. Ihre jüngste Schubert-CD (ein Live-Mitschnitt) enthält Spätwerke und Raritäten des Komponisten.

Weitere Schwerpunkte und Highlights des Duos in den letzten Jahren: Franz Liszt (CD-Ersteinspielung aller Ungarischen Rhapsodien zu vier Händen), Kammermusik mit Sängern (Werke von Schumann und Brahms für Sänger und Klavierduett – mit Robert Holl, Ellen van Lier, Barbara Hölzl und Martin Maier), Aufführungen und Rundfunkaufnahme der »Petite Messe solennelle« von Rossini, Sonderkonzerte für die Internationale Cziffra-Stiftung in Wien, Karneval der Tiere von Saint-Saëns mit Kammermusik-Ensemble sowie mehrere Konzerte im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins.



Programm

Antonin Dvořák Aus »Slawische Tänze« op. 72
1841 – 1904 Nr. 2 in e-Moll, Allegretto grazioso (Starodávny)
Nr. 7 in C-Dur, Allegro vivace (Kolo)
 
Claude Debussy Petite suite
1862 – 1918 1. En Bateau – Im Boot
2. Cortège – Aufzugsmarsch
3. Menuet
4. Ballet
 
Nikolai Rimski-Korsakow Capriccio espagnol
1844 – 1908 1. Alborada
2. Variazioni
3. Alborada
4. Scena e canto gitano
5. Fandango asturiano
 
Johannes Brahms Aus »Ungarische Tänze« WoO 1
1833 – 1897 Nr. 2 in d-Moll, Allegro non assai
Nr. 3 in F-Dur, Allegretto
Nr. 5 in fis-Moll, Allegro
 
Graf Imre Széchényi An Mariette
1825 – 1898  
   
Leó Weiner »Elfentanz« – aus der Bühnenmusik zu
1885 – 1960 Vörösmartys Märchenspiel »Csongor & Tünde«
 
  Drei kleine Klavierstücke op. 36
  1. Wiegenlied
2. Trinklied
3. Brautschau
 
Franz Liszt Ungarische Rhapsodie Nr. 14 »Ungarische Fantasie«
1811 – 1886 Originalfassung für Klavierduett vom Komponisten



Johannes Brahms gehörte zu den Bewunderern und Förderern seines acht Jahre jüngeren tschechischen Kollegen Antonín Dvořák. Er empfahl ihn für ein Stipendium des Wiener Schulministeriums und machte seinen Verleger Fritz Simrock in Berlin auf den noch unbekannten Dvořák aufmerksam: »Dvořák hat alles Mögliche geschrieben, Opern (böhmische), Sinfonien, Quartette, Klaviersachen. Jedenfalls ist er ein sehr talentvoller Mensch.« Simrock schlug Dvořák vor, eine Reihe von »nationalen Klavierwerken« nach dem Vorbild von Brahms' Ungarischen Tänzen zu komponieren. Insgesamt schrieb Dvořák 16 »Slawische Tänze«, die 1878 und 1886 entstanden und als Opus 46 und Opus 72 veröffentlicht wurden. Die Stücke wurden für Klavier zu vier Händen geschrieben und jeweils kurze Zeit später für Orchester bearbeitet. Sie gehören zu den populärsten Werken des Komponisten.

Nach längeren Aufenthalten in der Schweiz, in Italien und Russland, kehrte Claude Debussy 1887 zurück in seine Geburtsstadt Paris. Hier begann er 1888 mit der Arbeit an dem Klavierwerk »Petite suite«, das 1889 bei Durand erschien. Die Uraufführung fand in einer musikalischen Salonveranstaltung statt. Gespielt haben Jacques Durand, der Sohn des Verlegers, und der Komponist, Claude Debussy selbst.

Nikolai Rimski-Korsakow war nach der Familientradition für eine militärische Karriere bestimmt. Neben seiner Kadettenausbildung wurde aber auch seine musikalische Begabung hervorragend gefördert. Schon als 15-Jähriger begann er zu komponieren – immer wieder unterbrochen von militärischen Kommandos. Seine zunächst eher »intuitiven und dilettantischen« Kompositionen waren gleichwohl so erfolgreich, dass er 1871 einen Ruf als Professor ans St. Petersburger Konservatorium erhielt. Das »Capriccio espagnol« ist ursprünglich ein Orchesterwerk des Komponisten.

Die »Ungarischen Tänze« entstanden in der vierhändigen Klavierfassung in den Jahren 1858–69. Als Vorlage dienten Johannes Brahms volkstümliche Melodien, die er durch den Geiger Eduard Reményi kennengelernt hatte, und nicht echte ungarische Folklore, »die erst von Bartók aufgespürt und kompositorisch nutzbar gemacht wird«.

Über 100 Jahre war das Werk des Komponisten Graf Imre Széchényi verschollen. Mittlerweile sind Teile seines Werks wieder aufgefunden, allerdings liegen viele Kompositionen bis heute nur handschriftlich vor.

Leó Weiner – in den 1920er Jahren als »Ungarns Mendelssohn« gepriesen – war ein jüdisch-ungarischer Musiklehrer und Komponist. »Seine Neigung zur ungarischen Volksmusik, gibt seinen vermeintlich ›braven‹ Stücken oft eine feurige Note.«

Als Franz Liszt nach Ungarn zurückkehrte, verehrte man ihn als Verkörperung der nationalen Identität. Mit seinen »Ungarischen Rhapsodien« – pianistisch höchst anspruchsvollen Kabinettstücken – basierend auf »ungarischen« oder »ungarisch empfundenen« Melodien von Volksliedern, wie sie von Zigeunerensembles gespielt wurden, leistete er seinen Beitrag zum »style hongrois«.



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