»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 15. Dezember 2018, 19.00 Uhr

SWDKO Pforzheim – Timo Handschuh – Andrea Kauten SWDKO Pforzheim – Timo Handschuh – Andrea Kauten (Photo: Bechtle/Esser)


Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim

Timo Handschuh, Leitung
Andrea Kauten, Klavier



Das als Basis mit vierzehn Musikern besetzte Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim ist eines der wenigen Full-time-Kammerorchester Europas: So wird eine außergewöhnliche Homogenität des Klangbildes möglich, die auch in größerer Besetzung mit Bläsern und weiteren Streichern aus einem festen Musikerstamm erhalten bleibt. Gegründet wurde das Ensemble im Jahr 1950 vom Hindemith-Schüler Friedrich Tilegant. Rasch fanden die Pforzheimer internationale Anerkennung. Mit Dietrich Fischer-Dieskau, Frans Brüggen und Yehudi Menuhin seien nur einige der musikalischen Größen genannt, mit denen das »Südwestdeutsche« zusammenarbeitete. Mehr als 250 Schallplatten und CDs hat das Südwestdeutsche Kammerorchester eingespielt, von denen eine ganze Reihe mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Zahlreiche Uraufführungen belegen seine Kompetenz auch für die zeitgenössische Musik. Auch in jüngerer Zeit musizierte das Kammerorchester mit international bekannten Solisten wie Nigel Kennedy, Mischa Maisky, Cyprien Katsaris, Christian Tetzlaff oder Lars Vogt und war in ganz Europa (Festival Prager Frühling, Schleswig-Holstein-Musikfestival, Schwetzinger Festspiele, Festival Euro Mediterraneo Rom, OsterKlang Wien, Sala Verdi Mailand, Auditorio Nacional Madrid, Berliner Philharmonie), in den USA und in Japan zu Gast.

Timo Handschuh, 1975 in Lahr geboren, absolvierte ein Kirchenmusik- und ein Kapellmeisterstudium, das er 2004 an der Musikhochschule Freiburg mit Auszeichnung abschloss. Noch während des Studiums wurde Timo Handschuh 2002 als Assistent des Chordirektors und Solorepetitor an der Staatsoper Stuttgart engagiert. Ab 2007 wirkte er als musikalischer Assistent von Generalmusikdirektor Manfred Honeck und leitete in den darauffolgenden Jahren als Kapellmeister und Gastdirigent mehr als hundert Vorstellungen an der Staatsoper, darunter Madam Butterfly, Idomeneo, Così fan tutte, Il Trovatore, Le Nozze di Figaro, Die Fledermaus, Aida, Der fliegende Holländer und Der Freischütz. 2011 wurde er als Generalmusikdirektor an das Theater Ulm berufen. Neben der Opernarbeit hat sich Timo Handschuh ein weit gespanntes Repertoire in den Bereichen Sinfonik und Kammerorchester erarbeitet, das von der Barockmusik in historisch informierter Aufführungspraxis über die Meisterwerke der Klassik und Romantik bis zur klassischen Moderne reicht. Er dirigierte das Staatsorchester Stuttgart, das Philharmonische Orchester Ulm, das Württembergische Kammerorchester Heilbronn, das Stuttgarter Kammerorchester sowie andere renommierte Sinfonieorchester. Seit der Konzertsaison 2013/14 ist Timo Handschuh Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim.

Andrea Kauten begann ihr Klavierspiel beim Basler Pianisten Albert Engel. Als 13-Jährige stand sie im Finale des Jecklin-Wettbewerbs in Zürich; ein Jahr später gewann sie den 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs. Ausgebildet an der Musikakademie Basel und an der Franz Liszt-Akademie in Budapest, verfügt Andrea Kauten über ein breitgefächertes Repertoire. Seit 2006 veröffentlicht Andrea Kauten bei Sony Classical. So legte die Pianistin CDs mit Kompositionen von Robert Schumann und Franz Liszt vor. Für ihre 2012 veröffentlichte und hochgelobte Liszt-Doppel-CD hat die Pianistin auch Stücke für Klavier und Orchester (Totentanz, Malédiction, Ungarische Fantasie) eingespielt. 2013 erschien »Andrea Kauten – A Portrait« mit Werken von Beethoven, Chopin, Liszt und Rachmaninow. Im September dieses Jahres wurde die neuste Doppel-CD der Künstlerin aus der Taufe gehoben. Das Album enthält Aufnahmen des Klavierkonzerts Nr. 1 von Johannes Brahms sowie des Klavierkonzerts Nr. 2 von Hermann Goetz, jeweils begleitet vom ungarischen Savaria Symphony Orchestra unter der Leitung von Ádám Medveczky. Die Produktion wurde von der Fachzeitschrift »Pizzicato« bereits besprochen und mit dem »Supersonic«-Award ausgezeichnet. Seit 2006 ist Andrea Kauten künstlerische Leiterin der Kammermusikreihe »Klassik im Krafft-Areal«.



Programm

Johannes Brahms Ungarischer Tanz Nr. 1 g-Moll
1833 – 1897 Fassung für Streichorchester von Timo Handschuh
 
  Ungarischer Tanz Nr. 3 F-Dur
  Fassung für Streichorchester von Timo Handschuh
 
  Ungarischer Tanz Nr. 5 g-Moll
  Fassung für Streicher von Wolfgang Birtel
 
Clara Schumann Klavierkonzert a-Moll op. 7
1819 – 1897 historische Fassung für Streichorchester
  von Joachim Draheim
  1. Allegro maestoso
2. Romance: Andante non troppo con grazia
3. Allegro non troppo
 
Felix Mendelssohn Bartholdy Streichersinfonie Nr. 9 c-Moll
1809 – 1847 »Schweizer Sinfonie«
  1. Grave – Allegro
2. Andante
3. Scherzo und Trio »La Suisse«
4. Allegro vivace
 


Die »Ungarischen Tänze« entstanden in der vierhändigen Klavierfassung in den Jahren 1858–69. Als Vorlage dienten Johannes Brahms volkstümliche Melodien, die er durch den ungarischen Geiger Eduard Reményi kennengelernt hatte, und nicht originale Volkslieder ungarischer Roma oder echte ungarische Folklore, »die erst von Bartók aufgespürt und kompositorisch nutzbar gemacht wird«. Brahms‘ Verleger Simrock haben die Stücke ein Vermögen beschert. Für alle möglichen Instrumente wurden sie bearbeitet. Von allen Tänzen gibt es Orchesterfassungen. Die Tänze 1, 3 und 10 orchestrierte Brahms selbst. »Niemals ist bessere Musik populärer geworden, als diese Ungarischen Tänze! Schon als vierhändige Clavierstücke an und für sich betrachtet, zeigen sie eine Fülle neuer technischer und klanglicher Erscheinungen, dem unter gleichartigen Compositionen nichts an die Seite zu stellen ist.« (Heinrich Reimann)

Als Mutter und Erzieherin von acht Kindern und gleichzeitig international tätige Pianistin hat Clara Schumann zwangsläufig nur wenige Werke komponiert. Doch als Vierzehnjährige begann die bereits auf den europäischen Konzertpodien etablierte und von ihrem Vater auch in Komposition ausgebildete Clara mit der Skizze ihres einzigen Orchesterwerkes, dem Klavierkonzert a-Moll op. 7. Der dritte Satz entstand 1833 zunächst als eigenständiges Stück und war fortan Teil ihres Repertoires. Bei der Orchestrierung half Robert Schumann. In den folgenden zwei Jahren entstanden der Kopfsatz des Werkes und der langsame Mittelsatz, eine Romanze für Klavier-Solo und Cello-Solo. Diese beiden Sätze hat Clara Schumann auch selbst instrumentiert. Noch im November 1835 fand im Leipziger Gewandhaus die Uraufführung statt: Mit Felix Mendelssohn am Pult und Clara Wieck als Solistin.

Felix Mendelssohn Bartholdy erhielt bereits als Kind eine umfassende Musikausbildung, sodass er sich schon früh als Komponist und Interpret etablieren konnte. Der Wegbereiter der Bach-Renaissance und Begründer der ersten deutschen Musikhochschule (Leipziger Konservatorium) hinterließ bei seinem frühen Tod, 38-jährig nach mehreren Schlaganfällen, ein Œuvre von mehr als 400 Werken. Die Streichersinfonie Nr. 9, deren Trio die Überschrift »La Suisse« trägt, schrieb Mendelssohn bereits im Alter von 14 Jahren, beeindruckt von einer ersten Reise mit den Eltern und der Schwester Fanny an den Genfer See. »Alle Schweizer können jodeln« berichtete der junge Felix seinem Lehrer Carl Friedrich Zelter in Berlin.



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