»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 27. Juli 2019, 19.00 Uhr

Daniel Eberhard  Wolfgang Griep  Klaus Füger  Harald Rüschenbaum Daniel Eberhard Wolfgang Griep Uli Fiedler Harald Rüschenbaum (Photo: Guido Wasser)


Harald Rüschenbaum Trio und Wolfgang Griep

»Nun, Weib wohlan! Welch Wonne der Wahl!«


Daniel Mark Eberhard, Klavier
Uli Fiedler, Kontrabass
Harald Rüschenbaum, Schlagzeug
Wolfgang Griep, Text und Sprecher


Nach einem erfolgreichen klassischen Schlagzeugstudium am Richard Strauss Konservatorium in München, ging Harald Rüschenbaum zum Jazzstudium in die USA. Zurück in München gründete er das Harald Rüschenbaum Jazz Orchestra, erhielt einen Preis der Deutschen Phonoakademie und 1985 als erster Jazzmusiker den Kulturförderpreis der Stadt München. Harald Rüschenbaum arbeitete mit bedeutenden Jazzmusikern wie Ack van Rooyen, Clark Terry, Monty Alexander, Klaus Doldinger, Jiggs Wigham, Johnny Griffin, Don Menza und Lee Konitz. Seit 1993 ist er Leiter des Landes-Jugendjazzorchesters Bayern. Für seine exzellente Arbeit in der Nachwuchsförderung erhielt er 2003 das Bundesverdienstkreuz, 2006 die Carl-Orff-Medaille und 2013 den Bayerischen Staatspreis für Musik. In weit über 800 regionalen und internationalen Workshops hat Harald Rüschenbaum seine pädagogischen, methodischen und didaktischen Fähigkeiten erweitert. Mit Witz, Einfühlungsvermögen und Kompetenz gewinnt er junge Musiker und Routiniers gleichermaßen. Hunderte von Seminar-Teilnehmer haben ihn als leidenschaftlichen und begeisternden Musiker kennengelernt. Harald Rüschenbaum gehört zu den prägenden Musikern seiner Generation. Hunderte von jungen Instrumentalisten hat er durch seine Workshops und Kurse angeleitet und ihnen einen persönlichen und tiefen Bezug zur Musik vermittelt. Viele seiner Mitspieler sind heute leitende Persönlichkeiten an Hochschulen, herausragende Solisten in der freien Szene und arrivierte Komponisten und Arrangeure.

Uli Fiedler studierte von 1997 bis 2002 E-Bass, Kontrabass und Musikpädagogik an der Musikhochschule Köln bei Dieter Manderscheid, Andreas Lonardoni und Bill Dobbins. Seitdem war und ist er mit Bands im In- und Ausland auf Tour und an Studioaufnahmen mit unterschiedlichsten Künstlern beteiligt, z.B. spielte er mit Carlos del Junco (CAN), Lee Harper (USA), Charito (JAP), Jim Mullen (GB), Bruce Forman (USA), Anna Maria Kaufmann, Fools Garden,

Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard ist Inhaber der Professur für Musikpädagogik und Musikdidaktik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Der Schüler von Jacques Loussier beschäftigt sich jedoch nicht nur theoretisch mit Musik, sondern ist auch professioneller Künstler rund um Klavier, Keyboards, Hammond-Orgel und Akkordeon.

Dr. Wolfgang Griep ist Historiker und Literaturwissenschaftler. Er forschte über die deutschsprachige Reiseliteratur des 18. Jahrhunderts. Seit 2005 betreibt er einen Kleinverlag, hält Vorträge und macht Musikalisches zusammen mit dem Harald Rüschenbaum Trio.



Programm


                 »Nun, Weib wohlan! Welch Wonne der Wahl!«

Richard Wagner und seine Putzmacherin.
Ein kammermusikalischer Spaß für drei Musiker und einen Sprecher.




Über Richard Wagner ist so viel gesagt und geschrieben worden wie über kaum einen anderen Komponisten. In vielen (vielleicht viel zu vielen) Variationen ist er gerühmt und auch verteufelt worden: zwischen Genie und Wahn, zwischen enthusiastischem Lob und abgründigem Hass. Und der »Mythos Wagner« ist noch immer lebendig. Vielfach geht es dabei um den politischen Menschen. Aber nun gewähren uns Wolfgang Griep als Texter und Daniel Eberhard als Arrangeur abseits des öffentlichen Interesses einen Blick in Wagners Privatleben. Es geht ihnen nicht um den Exzentriker und Frauenhelden, nicht um den Verfolgten und politisch Missbrauchten, sondern um den genialen Musiker in seiner trauten Häuslichkeit, um Richard Wagner in seinem Schlafrock gewissermaßen. Und Schlafröcke hat er gern getragen, bequeme, weiche, dick gefütterte, wie wir aus dem Briefwechsel mit seiner Wiener Putzmacherin Bertha Goldwag wissen heute würden wir ihren Beruf korrekter mit Modistin bezeichnen. Die Briefe wurden schon zu Wagners Lebzeiten von Daniel Spitzer veröffentlicht und erregten großes Aufsehen schließlich zeigten sie den berühmten Künstler in seinem privatesten Umfeld: Klatsch und Tratsch blühten vor 150 Jahren genauso wie heute.

Neben den intimen Details wird auch die Musik nicht zu kurz kommen: vom fliegenden Holländer bis zu Tannhäuser und den todkündenden Walküren präsentiert das Harald-Rüschenbaum-Trio einen bunten Querschnitt durch Richard Wagners Tonstücke in vielleicht überraschenden Interpretationen als Swing- und Jazz-Arrangements.

 


 

Wilhelm Richard Wagner wurde 1813 in Leipzig geboren. Wegen des Todes von Vater und Stiefvater wuchs er bei Verwandten in Dresden und Leipzig auf. Schon seit seinem 17. Lebensjahr wollte er Komponist werden und bereits 1833 trat er als Chordirektor in Würzburg seine erste Theaterstelle an, wo er auch seine erste Oper »Die Feen« schrieb. Es folgten Stellen als Musikdirektor in Bad Lauchstädt, Magdeburg, Königsberg und Riga. 1836 heiratete er die Schauspielerin Minna Planer. 1839 flohen Richard und Minna stark verschuldet aus Riga über London nach Paris, wo das junge Paar die Jahre 1840 bis 1842 verbrachte. In Paris schrieb Wagner Musikkritiken und komponierte zwei Opern: »Der fliegende Holländer« und »Rienzi«. 1842 zog er nach Dresden, feierte mit »Rienzi« seinen ersten Opernerfolg und wurde 1843 zum Königlich Sächsischen Kapellmeister ernannt. 1845 brachte er den »Tannhäuser« zur Uraufführung. Im Dresdner Maiaufstand 1849 wurde die Stadt verwüstet, die Oper niedergebrannt und Wagner, der revolutionäre »Reden vom Rathaus herunter gehalten« hatte, musste fliehen. Der Versuch, in Paris als Opernkomponist Fuß zu fassen, scheiterte und so ließen sich die Wagners in Zürich nieder. Ab 1857 wohnte er mit Minna in einem Haus auf dem Grundstück der Familie Wesendonck. Zu dieser Zeit entwickelte Wagner seine Idee des Musikdramas, schrieb und komponierte große Teile des »Ring der Nibelungen«. 1858, während der Arbeit an »Tristan und Isolde«, musste Wagner wegen seiner Liebe zu Mathilde Wesendonck Zürich verlassen. Er trennte sich von Minna und zog zunächst nach Venedig. 1864 lebte er in Wien, litt wieder einmal unter drückenden finanziellen Verhältnissen, scheiterte beim Versuch »Tristan und Isolde« zur Uraufführung zu bringen, als er in König Ludwig II. von Bayern einen verständnisvollen und spendablen Gönner fand und sich alle seine Probleme lösten. Im gleichen Jahr wurde die viel jüngere Cosima von Bülow, die Tochter seines Freundes und Förderers Franz Liszt, seine neue Lebenspartnerin. Ludwig rief Wagner nach München, wo er 1865 endlich »Tristan und Isolde« und 1868 »Die Meistersinger von Nürnberg« zur Uraufführung bringen konnte. Sein freundschaftliches Verhältnis zu König Ludwig II. und seine Einmischung in die Münchener Politik führten schon bald zu Anfeindungen und so zogen Richard und Cosima 1866 nach Tribschen bei Zürich. Nach dem Tod von Minna Wagner ließen sich Cosima und Hans von Bülow scheiden und Richard und Cosima heirateten 1870 in Tribschen. In die Tribschener Zeit fällt auch die Freundschaft mit Friedrich Nietzsche. 1872 zog die Familie Wagner mit den drei Kindern Isolde, Eva und Siegfried um nach Bayreuth, wo noch im gleichen Jahr der Grundstein für das Festspielhaus gelegt wurde. Die ersten Festpiele fanden 1876 mit dem »Ring des Nibelungen« unter der Leitung von Hans Richter statt. Die zweiten Festspiele folgten erst 1882 mit 16 Aufführungen des »Parsifal« unter dem Dirigat von Hermann Levi. Sie waren im Unterschied zu den ersten Festspielen ein großer finanzieller Erfolg. In seinen letzten Lebensjahren hielt sich Wagner aus gesundheitlichen Gründen häufig in Italien auf. Er verstarb im Februar 1883 in Venedig an einem chronischen Herzleiden.



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