»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 3. Oktober 2020, 19.00 Uhr

Hans-Peter und Volker Stenzl (Photos: Jun Han)
Hans-Peter und Volker Stenzl (Photos: Jun Han)
Hans-Peter und Volker Stenzl (Photos: Jun Han)

Hans-Peter Stenzl, Klavier
Volker Stenzl, Klavier


Hans-Peter und Volker Stenzl haben sich zu einem Inbegriff für außergewöhnliche musikalische Intelligenz und Klavierduospiel auf höchstem Niveau entwickelt. Die »Freiheit eines Solisten mit vier Händen« sowie das nuancenreiche Ausleuchten der komplexen Partituren bis in die feinsten Verästelungen hinein sind ihre Markenzeichen. Studiert haben die beiden in Stuttgart, Frankfurt und London (Konzertexamen solo und Duo mit Auszeichnung) bei Renate Werner, Herbert Seidel, Frank Wibaut, Hamish Milne, Stephen Kovacevich und Alfred Brendel. Wichtige künstlerische Impulse erhielten sie von Bruno Canino und Norbert Brainin.

Ihre internationale Karriere begann mit Preisen bei elf nationalen und internationalen Musikwettbewerben, u.a. 1986 ARD/München, 1989 Deutscher Musikwettbewerb und Dranoff/Miami. 1991 gaben sie ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen. Seither sind sie zu Gast gewesen in vielen Ländern Europas, in Afrika, Nord- und Südamerika, Japan, China und Hongkong. Sie sind bei namhaften Musikfestivals aufgetreten und in großen Konzertsälen wie Royal Festival Hall London, Wigmore Hall London, Merkin Concert Hall New York, Nichols Concert Hall Chicago, Lincoln Theatre Miami, Suntory Hall Tokyo, Cultural Centre Hong Kong, Philharmonie Berlin, Konzerthaus Berlin, Frauenkirche Dresden, Tonhalle Düsseldorf, Alte Oper Frankfurt, Laeiszhalle Hamburg, Philharmonie Köln, Herkulessaal München, Gasteig München, Liederhalle Stuttgart, Salle Gaveau Paris, Stefaniensaal Graz, Philharmonie Bratislava, Ateneul Bukarest, Kolarac Belgrad, International House of Music Moskau, Philharmonie St. Petersburg, Philharmonie Nishnij Novgorod, Orgelsaal Arhangelsk, Philharmonie Ufa, Oper Kairo, Oper Alexandria, Teatro Teresa Careno Caracas und v.a.

Bedeutende Dirigenten haben Hans-Peter und Volker Stenzl als Solisten eingeladen: Helmuth Rilling, Karl Anton Rickenbacher, Konrad Latte, Gerd Albrecht, Neal Stulberg, Wojciech Rajski, Max Pommer, Yordan Kamdzhalov, Wolf-Dieter Hauschild, Wolfgang Schäfer, Hans Michael Beuerle, Hartmut Haenchen, Daniel Raiskin, Wayne Marshall, Martin Fischer-Dieskau, Thomas Hengelbrock, Gustavo Dudamel u.a.

Vielbeachtete CD-Aufnahmen, Rundfunk-und Fernsehproduktionen dokumentieren die stilistische Bandbreite der Stenzls an einem und an zwei Klavieren. Musikalisch-literarische Programme, u.a. mit Karl Michael Vogler, Hans Clarin, Loriot, Nina Petri, Gisela Schneeberger, Bernt Hahn, Roger Willemsen und Stefan Fleming, runden das Profil des Duos ab.

Als renommierten Pädagogen ist es Hans-Peter und Volker Stenzl ein besonderes Anliegen, junge Pianisten und Klavierduos zu individuellen, selbständigen Künstlerpersönlichkeiten zu erziehen. An der hmt Rostock bekleiden sie die weltweit erste Professur für Klavierduo, außerdem unterrichten sie an den Musikhochschulen in Stuttgart (Hans-Peter) und Trossingen (Volker). Aus ihren Klassen sind zahlreiche internationale Preisträger hervorgegangen, etliche ihrer ehemaligen Studenten sind selbst schon Hochschullehrer. Meisterkurse und Jurytätigkeiten im In- und Ausland ergänzen die Aktivitäten von Hans-Peter und Volker Stenzl, die 1996 zu »Associates of the Royal Academy of Music London« ernannt wurden.



Programm

Ludwig van Beethoven Drei große Märsche für Klavier zu vier Händen op. 45
1770 – 1827 Marsch Nr. 1 C-Dur. Allegro ma non troppo
Marsch Nr. 2 Es-Dur. Vivace
Marsch Nr. 3 D-Dur. Vivace
 
Franz Schubert Sonate für Klavier zu vier Händen C-Dur D 812 »Grand Duo«
1798 – 1828 1. Allegretto moderato
2. Andante
3. Scherzo: Allegro vivace
4. Allegro vivace
 


Für Klavier zu vier Händen hat Ludwig van Beethoven nur wenig komponiert. Er war ganz offensichtlich an dieser Musizierweise nicht interessiert. Nur die frühe Sonate D-Dur op. 6 und die drei Märsche zu vier Händen op. 45 waren ihm einer Opuszahl würdig. Die Märsche komponierte er für den in Wien lebenden russischen Oberst Graf Browne, einen der ersten und wichtigsten Förderer Beethovens. Zur Entstehung der Märsche kursieren einige amüsante Anekdoten. Der Beethoven-Schüler Ferdinand Ries berichtet: »Beethoven componirte einen Theil des zweiten Marsches, während er, was mir noch unbegreiflich ist, mir zugleich Lection über eine Sonate gab, die ich Abends in einem kleinen Concerte bei dem eben erwähnten Grafen vortragen sollte. Auch die Märsche sollte ich daselbst mit ihm spielen.«

Die C-Dur-Sonate D 812 entstand im Sommer 1824. Franz Schubert weilte zu der Zeit auf Schloß Zseliz als Musiklehrer der Töchter von Graf Esterhászy und hatte gerade eine schwere persönliche Krise durchlebt. An seinen Bruder Ferdinand schrieb er: »Damit Dich diese Zeilen nicht vielleicht verführen, zu glauben, ich sey nicht wohl, oder nicht heiteren Gemüthes, so beeile ich mich, Dich des Gegentheils zu versichern. Freylich ists nicht mehr jene glückliche Zeit, in der uns jeder Gegenstand mit einer jugendlichen Glorie umgeben scheint, sondern jenes fatale Erkennen einer miserablen Wirklichkeit, die ich mir durch meine Phantasie (Gott sey's gedankt) so viel als möglich zu verschönern suche. Man glaubt an dem Orte, wo man einst glücklicher war, hänge das Glück, (…) doch bin ich jetzt mehr im Stande Glück und Ruhe in mir selbst zu finden als damals. Als Beweis dessen werden Dir eine große Sonate und Variationen über ein selbst erfundenes Thema, beides zu 4 Hände, welche ich bereits componiert habe, dienen.« Dass die C-Dur Sonate groß wurde, ist noch einem anderen Ereignis zu verdanken. Im Mai 1824 erlebte Schubert die Uraufführung von Beethovens 9. Sinfonie. Diese gewaltige Demonstration der Möglichkeiten in der Gattung Sinfonie ließ den Beethoven-Verehrer nicht unbeeinflusst – besonders gut hörbar beim Scherzo.



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