»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 26. Juli 2014, 19.00 Uhr

Johannes Mössinger Trio Johannes Mössinger


Johannes Mössinger Trio

»Jazz Night«


Johannes Mössinger, Klavier
Thomas Lähns, Kontrabass
Bastian Jütte, Schlagzeug


Der in Freiburg lebende Pianist, Komponist und Veranstalter Johannes Mössinger ist seit 1996 in der deutschen Jazz-Szene aktiv. Bekannt wurde er 1998 mit seinem Solo Album »Spring in Versailles«, eine Aufnahme, die sowohl durch ihre hochkarätigen Eigenkompositionen als auch durch Neuinterpretationen von Klassikern des Jazz besticht. 2001 gründete der Musiker mit Drummer Karl Latham und Bassist Kermit Driscoll sein amerikanisches Trio. Den eigentlichen Durchbruch in der internationalen Szene markierte jedoch die New Yorker Zusammenarbeit mit Joe Lovano und die daraus entstandene CD-Produktion »Monk's Corner« im Jahre 2002, eine Einspielung, die die Musik Thelonious Monks zeitgemäß und virtuos in modernen Arrangements präsentiert.

Fono Forum 12/2: »Die Attraktion von ›Monk's Corner‹ ist nicht der weltberühmte Gastsaxophonist Joe Lovano, nein, die Hauptattraktion ist der junge Leader, ein Pianist, der originell die vertrackten Themen Monks in ganz eigene Musik verwandelt. Mit großer Bescheidenheit, doch zugleich mit subtiler Kontrolle steht Mössinger im Zentrum seines Trios, lässt seinen hervorragender Mitspielern viel Platz zur improvisatorischen Entfaltung, aber dennoch klingt alles wie aus einem Guss. Auch vor dem Gaststar zeigt er keine Schüchternheit und behauptet seinen Platz als gleichberechtigter Kollege.«

Von nun an wird das Schaffen von Johannes Mössinger durch sein New Yorker Ensemble als Trio oder Quartett, seine Solo Konzerte, seine immer intensivere Arbeit als Komponist und die Zusammenarbeit mit vielen Größen des Jazz bestimmt. 2004 vollzieht sich eine weitere entscheidende Wende hin zu Live-Programmen und Produktionen, die den nun ganz den Komponisten Johannes Mössinger in den Vordergrund rücken. Von nun an bestehen Konzertprogramme und CD-Aufnahmen komplett aus eigenen Werken. Diesen Schritt markiert eindrücklich die CD »Nu Love« aus dem Jahre 2004 mit Gastsolist Bob Malach. Der Zuhörer erlebt hier den gereiften Komponisten und souveränen Pianisten Johannes Mössinger.

Von 2005 bis 2007 ist er mit seinem New Yorker Quartett unter Mitwirkung des Saxophonisten Don Braden auf Tournee. Während dieser Zeit wird auch die Live-CD »The Yellow Way« aufgenommen. 2008 kommt es zur Zusammenarbeit mit Boris Kozlov, Seamus Blake und seinem langjährigen Partner Drummer Karl Latham in den USA. Daraus entsteht schließlich die CD »The New Jersey Session«.

Durch die Neubesetzung seines New Yorker Quartetts mit Joel Frahm und Calvin Jones wird das musikalische Spektrum des Ensembles noch einmal erweitert. Anlässlich eines Gastspiels bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen schreibt die Recklinghäuser Zeitung (5/2011): »Johannes Mössingers vor Ideen strotzendes Pianospiel scheint als geistiges Zentrum über allem zu stehen. Wie er charismatisch Melodien ausbreitet, wie er rasant und ohne doppelten Boden sämtliche harmonischen Wege und Abwege ausforscht und auf beständigen Wechsel von Farben und Stimmungen bedacht ist. Derweil Saxophonist Joel Frahm immer wieder in ausgesuchten Parts dazukommt und in geschmeidiger Linie euphorische Glanzlichter setzt […]«

2010 erschien Doppel-CD »Rules-No Rules« zusammen mit Karl Latham, Calvin Jones und Kermit Driscoll. Eingespielt in New Jersey, USA, zeigt diese Produktion, neben den Kompositionen des Leaders Johannes Mössinger, eine neue Seite und Qualität dieses Ensembles: Das freie Improvisieren und Komponieren als Gruppe, das Schaffen von schlüssigen Songs aus dem Moment heraus. Durch viele Tourneen und Konzerte hat sich diese Formation eine große Sicherheit und ein stimmiges Feeling erarbeitet, die solche besonderen Momente ermöglicht.

Mössingers musikalische Persönlichkeit beinhaltet zwei wichtige Pole. Zuallererst ist er ein improvisierender Künstler, der die Magie des Augenblicks aufspürt und in »Echtzeit« entwickelt. Gleichzeitig fasziniert er mit formaler Architektur und kompositorischer Strenge in seinen Melodien und Stücken. Das Freie und die Strenge der Form sind die beiden Pole, die ständig zusammengeführt werden. Sie geben seiner Musik einen übergreifenden Bogen, eine innere Logik, im Spannungsfeld von Kontrolle und kreativem Chaos.

Als Solist entwickelt Johannes Mössinger seinen Stil konsequent weiter und gastiert mit Solokonzerten sowohl in Deutschland, als auch auf Tourneen in den Nahen Osten oder in die USA.

Johannes Mössinger lebt in Freiburg und gründete hier 2006 mit dem Jazzkongress e._V. den neuen Jazzclub der Stadt. Als Veranstalter holt er, neben deutschen und europäischen Jazzkünstlern Stars der internationalen Jazzszene nach Freiburg und arbeitet daran, das Gesicht des heutigen Jazz entscheidend mitzuprägen.

 

Der ECHO-Jazz-Preisträger Bastian Jütte zählt zu den versiertesten und vor allem vielseitigsten Schlagzeugern der deutschen Jazzszene. Neben seiner Tätigkeit als Dozent an den Musikhochschulen Würzburg und München ist Bastian Jütte auf vielen CDs zu hören und wurde 2013 für das Album »Hassliebe« mit dem ECHO-Jazz in der Kategorie »Schlagzeuger des Jahres national« ausgezeichnet. Er ist Mitglied in zahlreichen Formationen und arbeitete unter anderem mit Musikern wie David Binney, Vincent Herring, Maria Schneider, Nguyên Lê, Don Friedman, Michael Wollny, Johannes Enders, Adrian Mears, Joel Harrison, Henning Sieverts, Frank Möbus, Klaus Doldinger und Jiggs Wigham zusammen.

 

Thomas Lähns, geboren 1981 in Basel, kam im Alter von 13 Jahren als Bass-Schüler zu Tibor Elekes. 2001 begann er das Kontrabass-Studium an der Musikhochschule Basel bei Wolfgang Güttler und Botond Kostyak. 2008 schloss er mit dem Konzertdiplom ab. Im Jazz-Bereich hat er bereits mit so renommierten Leuten wie Dave Liebman, Greg Osby, Glenn Ferris, Rick Margitza, Wolfgang Puschnig, Christoph Stiefel und Marcel Papaux gearbeitet, und ist Gründungsmitglied des Jazz-Trios VEIN, zusammen mit Florian und Michael Arbenz. Im klassischen Bereich spielte er unter so namhaften Dirigenten wie Heinz Holliger oder Peter Eötvös und wirkte als Solist in der Schweiz und in Südamerika.



Programm

»Jazz Night«

Die drei Musiker präsentieren uns ein Programm, das auf Kompositionen des Pianisten Johannes Mössinger basiert.





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