»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 23. Juni 2018, 19.00 Uhr

Andrea Kauten Andrea Kauten (Photo: Manfred Esser)


Andrea Kauten, Klavier


Ausdruckskraft und Technik: die Verbindung dieser beiden musikalischen Qualitäten zeichnet die Kompositionen Franz Liszts aus – und ist auch für die ungarisch-schweizerische Pianistin Andrea Kauten von ganz besonderer Bedeutung. Die Klaviermusik des ungarischen Virtuosen hat ihr Spiel nachhaltig geprägt.

Andrea Kauten begann ihr Klavierspiel mit sieben Jahren bei dem Basler Pianisten Albert Engel. Als 13-jährige stand sie bereits im Finale des Jecklin-Wettbewerbs in Zürich, ein Jahr später wurde sie mit dem 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs ausgezeichnet. In der Folge studierte sie an der Musikakademie in Basel und schließlich – eine der wichtigsten Stationen in ihrem Leben – an der international renommierten Franz-Liszt-Musikakademie Budapest, wo sie mit Kornél Zempléni und Edith Hambalkó arbeitete. An dem Budapester Ausbildungsort vieler weltbekannter Künstler wie András Schiff, Jenö Jandó oder Ferenc Fricsay verfeinerte sie ihre hochromantische, und doch kontrollierte Spielweise.

Andrea Kauten verfügt über ein breitgefächertes Repertoire, ihre besondere Liebe gilt jedoch der Romantik. Die Pianistin konzertierte in mehreren Ländern, unter anderem in den USA, Kanada, Dänemark, Frankreich, Italien, Deutschland und in der Schweiz.

Für den ungarischen Rundfunk nahm Andrea Kauten eine Gesamteinspielung des Klavierwerks von Carl Goldmark auf. Bereits 1993 erschien ihre erste CD mit Werken von Liszt, Goldmark und Rachmaninov. Zwei CDs mit Werken von Robert Schumann veröffentlichte sie bei Sony Classical im November 2006 (C-Dur-Fantasie, Kreisleriana, zwei Romanzen) und im März 2009 (f-Moll-Sonate, Symphonische Etüden, zwei Novelletten). Eine CD mit Werken von Franz Liszt, darunter das Opus Summum unter Liszts Klavierwerken, die Sonate in h-Moll sowie die »Dante-Sonate«, ist im März 2011 ebenfalls bei Sony Classical erschienen. Auf ihrer im Mai 2012 veröffentlichten Liszt-Doppel-CD hat Andrea Kauten mehrere, leider immer noch viel zu unbekannte, Werke von Franz Liszt für Klavier und Orchester eingespielt. Auf der ersten CD des Albums spielt die Pianistin den Totentanz, Malédiction und die Ungarische Fantasie, begleitet vom ungarischen Savaria Symphony Orchestra unter der Leitung von Ádám Medveczky. Auf der zweiten CD präsentiert Andrea Kauten eine neue Einspielung der »Années de Pèlerinage Deuxième Année: Italie«, den 1. Mephisto-Walzer sowie die 14. Ungarische Rhapsodie. Die Produktion wurde von der Fachzeitschrift »Pizzicato« mit dem »Supersonic« ausgezeichnet und als eine »wahre Lektion in Sachen Stil und Expressivität« mit dem Prädikat »Empfehlenswert!« gepriesen. In jedem Werk schaffe es Andrea Kauten, den Zuhörer zu überraschen und ihn immer wieder mit einem ebenso graziösen wie virtuosen Spiel zu begeistern, lobt der Autor und bescheinigt Andrea Kauten »eine überragende Technik, ein kluges, in sich geschlossenes Spiel und eine enorme Flexibilität in Sachen Interpretation.« – Im Dezember 2013 veröffentlichte Sony die Doppel-CD »Andrea Kauten – A Portrait« u. a. mit Beethovens »Mondscheinsonate« und der »Pathétique«. Außerdem wurden für diese CD eingespielt: Die große Sonate von Frédéric Chopin (»mit dem Trauermarsch«) sowie dessen »Fantaisie Impromptu« und einige Walzer, des Weiteren von Franz Liszt die »Consolations«, der »Liebestraum« und die 15. Ungarische Rhapsodie, von Robert Schumann Auszüge aus dem 1. Teil des »Albums für die Jugend« und schließlich Stücke von Sergei Rachmaninov, darunter das berühmte Prélude op. 3 Nr. 2 in cis-Moll sowie das Prélude op. 23 Nr. 5 g-Moll. Dieses Jahr im September wird die Künstlerin eine CD mit Einspielungen des Klavierkonzerts Nr. 1 d-Moll op. 15 von Johannes Brahms sowie des Klavierkonzerts Nr. 2 b-Dur op. 18 von Hermann Goetz veröffentlichen.

Seit der Saison 2006 ist Andrea Kauten künstlerische Leiterin der Fahrnauer Kammermusikreihe »Klassik im Krafft-Areal«.



Programm

Marguerite Alioth Passacaglia und Fuge in d-Moll
1874 – 1962  
   
Frédéric Chopin 24 Préludes op. 28
1810 – 1849 1.   C-Dur: Agitato
2.   a-Moll: Lento
3.   G-Dur: Vivace
4.   e-Moll: Largo
5.   D-Dur: Allegro molto
6.   h-Moll: Lento assai
7.   A-Dur: Andantino
8.   fis-Moll: Molto agitato
9.   E-Dur: Largo
10. cis-Moll: Allegro Molto
11. H-Dur: Vivace
12. gis-Moll: Presto
13. Fis-Dur: Lento
14. es-Moll: Allegro
15. Des-Dur: Sostenuto
16. b-Moll: Presto con fuoco
17. As-Dur: Allegretto
18. f-Moll: Allegro Molto
19. Es-Dur: Vivace
20. c-Moll: Largo
21. B-Dur: Cantabile
22. g-Moll: Molto agitato
23. F-Dur: Moderato
24. d-Moll: Allegro appassionato
 
Sergej Rachmaninow Six Moments musicaux op. 16
1685 – 1750 1. Andantino
2. Allegretto
3. Andante cantabile
4. Presto
5. Adagio sostenuto
6. Maestoso
 


Die Basler Pianistin und Komponistin Margaretha Karolina »Marguerite« Alioth erhielt ihre pianistische Ausbildung bei Teresa Carreno, Kompositionsunterricht studierte sie am Basler Konservatorium und an der Ecole normale de Musique in Paris. Sie schrieb Werke für Klavier und Streichinstrumente. Ihre Komposition »Passacaglia und Fuge in d-Moll« wurde 1933 mit dem vom Lyceum Club London ausgeschriebenen internationalen Smedley-Memorial-Preis ausgezeichnet. Marguerite Alioth gehört zu den Gründerinnen des Lyceum-Clubs Basel und war in den Jahren 1917–1924 Leiterin des Orchestervereins Arlesheim. Zur gleichen Zeit war sie im Vorstand der Vereinigung für Frauenstimmrecht Basel und Umgebung sowie im Aktionskomitee für die Abstimmung im Jahr 1920 tätig.

Mit seinen »24 Préludes op. 28«, einem Zyklus durch die zwölf Dur- und Molltonarten nach dem Vorbild der Präludien von Bach, verblüffte Frédéric Chopin selbst seinen großen Bewunderer Robert Schumann: »Von neuen Kompositionen Chopin’s haben wir eine merkwürdige Sammlung von Präludien zu erwähnen. Gesteh’ ich, daß ich sie mir anders dachte und wie seine Etüden im großen Stil geführt. Beinahe das Gegenteil; es sind Skizzen, Etüdenanfänge, oder wie will man, Ruinen, einzelne Adlerfittiche, alles bunt und wild durcheinander. Auch Krankes, Fieberhaftes, Abstoßendes enthält das Heft; so suche jeder was ihm frommt, und bleibe nur der Philister weg.« Was selbst einem Robert Schumann zunächst als skizzenhaft und fragmentarisch erschien, gilt heute als eines der Meisterwerke der Klavierliteratur. In seinem Opus 28 zeigt Chopin seine »avantgardistische« Seite. Er ignoriert die Bedeutung des Begriffs Präludium als Vorspiel zu einem folgenden »großen« Werk, z. B. einer Fuge, und macht jedes auch noch so kurze Prélude zu einem selbständigen, fein geschliffenen Charakterstück. Die Qualität einer Komposition ist keine Frage ihrer Dauer.

Sergej Rachmaninow gelangte vor allem als Pianist zu Weltruhm. Auch als Komponist wandte er sich hauptsächlich dem Klavier zu. Berühmt machte ihn 1892 das »Prélude op. 3 Nr. 2 cis-Moll«. Wo immer Rachmaninow in der Folge konzertierte, sein cis-Moll-Prélude musste er spielen, zumindest als Zugabe. Sergej Rachmaninow ist ein extrem emotionaler Komponist. Seine pianistischen Miniaturen »Six Moments musicaux op. 16«, 1896 komponiert, sind von einer außergewöhnlichen Gefühlsdichte. Der kleine Zyklus entbirgt einen wahren Gefühlskosmos, Sehnsucht, Leere, Trauer, Tragik, Triumph und Jubel.



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