»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 14. Juli 2018, 19.00 Uhr

Daniel Eberhard  Wolfgang Griep  Klaus Füger  Harald Rüschenbaum Daniel Eberhard Wolfgang Griep Uli Fiedler Harald Rüschenbaum


Harald Rüschenbaum Trio und Wolfgang Griep

»Swing, Carmen, swing!«


Daniel Mark Eberhard, Klavier
Uli Fiedler, Kontrabass
Harald Rüschenbaum, Schlagzeug
Wolfgang Griep, Text und Sprecher


Nach einem erfolgreichen klassischen Schlagzeugstudium am Richard Strauss Konservatorium in München, ging Harald Rüschenbaum zum Jazzstudium in die USA. Zurück in München gründete er das Harald Rüschenbaum Jazz Orchestra, erhielt einen Preis der Deutschen Phonoakademie und 1985 als erster Jazzmusiker den Kulturförderpreis der Stadt München. Harald Rüschenbaum arbeitete mit bedeutenden Jazzmusikern wie Ack van Rooyen, Clark Terry, Monty Alexander, Klaus Doldinger, Jiggs Wigham, Johnny Griffin, Don Menza und Lee Konitz. Seit 1993 ist er Leiter des Landes-Jugendjazzorchesters Bayern. Für seine exzellente Arbeit in der Nachwuchsförderung erhielt er 2003 das Bundesverdienstkreuz, 2006 die Carl-Orff-Medaille und 2013 den Bayerischen Staatspreis für Musik. In weit über 800 regionalen und internationalen Workshops hat Harald Rüschenbaum seine pädagogischen, methodischen und didaktischen Fähigkeiten erweitert. Mit Witz, Einfühlungsvermögen und Kompetenz gewinnt er junge Musiker und Routiniers gleichermaßen. Hunderte von Seminar-Teilnehmer haben ihn als leidenschaftlichen und begeisternden Musiker kennengelernt. Harald Rüschenbaum gehört zu den prägenden Musikern seiner Generation. Hunderte von jungen Instrumentalisten hat er durch seine Workshops und Kurse angeleitet und ihnen einen persönlichen und tiefen Bezug zur Musik vermittelt. Viele seiner Mitspieler sind heute leitende Persönlichkeiten an Hochschulen, herausragende Solisten in der freien Szene und arrivierte Komponisten und Arrangeure.

Uli Fiedler studierte von 1997 bis 2002 E-Bass, Kontrabass und Musikpädagogik an der Musikhochschule Köln bei Dieter Manderscheid, Andreas Lonardoni und Bill Dobbins. Seitdem war und ist er mit Bands im In- und Ausland auf Tour und an Studioaufnahmen mit unterschiedlichsten Künstlern beteiligt, z.B. spielte er mit Carlos del Junco (CAN), Lee Harper (USA), Charito (JAP), Jim Mullen (GB), Bruce Forman (USA), Anna Maria Kaufmann, Fools Garden,

Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard ist Inhaber der Professur für Musikpädagogik und Musikdidaktik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Der Schüler von Jacques Loussier beschäftigt sich jedoch nicht nur theoretisch mit Musik, sondern ist auch professioneller Künstler rund um Klavier, Keyboards, Hammond-Orgel und Akkordeon.

Dr. Wolfgang Griep ist Historiker und Literaturwissenschaftler. Er forschte über die deutschsprachige Reiseliteratur des 18. Jahrhunderts. Seit 2005 betreibt er einen Kleinverlag, hält Vorträge und macht Musikalisches zusammen mit dem Harald Rüschenbaum Trio.



Programm

»Swing, Carmen, swing!«

1. Akt  
   1. Ouvertüre
 2. Chor der Gassenjungen
 3. Habanera
 4. Seguidilla
 5. Finale
 
2. Akt  
   6. Zigeunerlied
 7. Couplet des Escamillo
 8. Blumenarie
 9. Zapfenstreich
 
3. Akt  
  10. Entre-Acte
11. Marsch
12. Arie der Micaela
 
4. Akt  
  13. Zwischenaktmusik
14. Marsch und Chor
15. Finale
 


»Swing, Carmen, swing!«
               »Carmen« in einer Fassung für Jazz-Trio und Sprecher

Wenn der Torero den Blues kriegt     Wolfgang Griep

Carmen: eine der bekanntesten und beliebtesten Opern aller Zeiten mit schwungvollen Melodien, einer flatterhaften Heldin und einem liebeskranken Tenor, aber auch einer nur schwer begreifbaren Handlung. Schon Loriot hatte verwundert gefragt, was denn einen Mann wie den Brigadier José dazu brächte, die militärische Karriere mit Pensionsanspruch zu Ungunsten einer Dame von zweifelhaftem Ruf aus der Zigarettenindustrie aufzugeben, und viele Opernbesucher fragten es sich bisher mit ihm gemeinsam. Aber das und viele weitere Rätsel werden in der swingenden Jazz-Version von »Carmen« gelöst werden, die Daniel Mark Eberhard als Arrangeur und Wolfgang Griep als Texter in der bewährten Manier ihrer swingenden Freischütz-Inszenierung auf die Bühne gebracht haben. Von der Ouvertüre bis zum dramatischen Finale begleiten sie José und Carmen vom pittoresken Sevilla bis in die unwirtlichen Felsengebirge Andalusiens und finden sich schließlich pünktlich vor der Stierkampfarena ein, um dem Torero Escamillo bei seiner umständlichen Zerlegung von männlichen Hausrindern zuzusehen. Und während Wolfgang Griep augenzwinkernd die tränentreibende Geschichte um Liebeslust und Liebesleid, um die seltsamen Paarungsrituale der spanischen Ureinwohner und die schädlichen Folgen des Rauchens erzählt, swingt Daniel Eberhard, im Hauptberuf gestandener Musikprofessor aus Eichstätt, mit Harald Rüschenbaum am Schlagzeug und Uli Fiedler am Bass durch die hinreißenden Carmen-Arien von den bunten Flügeln der Liebe über die Blumenarie bis zur finalen Aufforderung an den Torero, nun endlich den letzten Stoß zu setzen. Und das alles völlig unblutig.

 

Georges Bizet war ein typisches Wunderkind. Der hochbegabte Sohn eines Gesangslehrers und einer Pianistin wurde umfassend gefördert. Noch nicht 10 Jahre alt begann er am Pariser Konservatorium Klavier, Orgel und Komposition zu studieren. Gerade 17 Jahre alt komponierte er, wohl als studentische Übungsaufgabe, eine erste »Sinfonie in C-Dur«, die in der Bibliothek des Pariser Konservatoriums verschwand. Erst 1935 wurde sie in Basel unter der Leitung von Felix Weingartner uraufgeführt. Bizets Oper »Carmen« gehört heute zu den beliebtesten und meistaufgeführten Werken des Opernrepertoires. Das Libretto schrieben Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée. Obwohl formal eine Opéra-comique und auch als solche bezeichnet, war »Carmen« ein revolutionärer Bruch mit dieser Operngattung. Die realistische Milieuschilderung, Dramatik und schicksalhafte Tragik machten sie zu einem Vorläufer des Verismo. Wegen dieser vom Publikum als »krass« empfundenen veristischen Handlungsdarstellung wurde die Uraufführung am 3. März 1875 in der Opéra-Comique nach anfänglicher Begeisterung eher ablehnend aufgenommen. Die Uraufführung war zunächst nicht der von Bizet erhoffte Erfolg. Bald darauf jedoch wurde »Carmen« zu einem der größten Welterfolge der Operngeschichte, den der Komponist allerdings nicht mehr erlebte. Georges Bizet starb im Alter von nur 36 Jahren an den Folgen eines chronischen Herzleidens.



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