»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 13. Oktober 2018, 19.00 Uhr

Andrea Kauten – Andrej Bielow Andrea Kauten (Photo: Josep Molina) – Andrej Bielow (Photo: Marco Borggreve)


Andrej Bielow, Violine
Andrea Kauten, Klavier


1981 in der Ukraine geboren, erhielt Andrej Bielow den ersten Violinunterricht im Alter von fünf Jahren. Mit 15 Jahren kam Andrej Bielow nach Deutschland und studierte bei Krzysztof Wegrzyn in Hannover, wo er 2006 sein Konzertexamen ablegte. Weitere musikalische Ausbildung genoss er bei Gérard Poulet am Conservatoire Nationale Superieur-CNR Paris, bei Herman Krebbers, Silvia Marcovici, Ida Haendel, Zakhar Bron, Ana Chumachenko und Benjamin Schmid. Andrej Bielow ist Preisträger der internationalen Wettbewerbe Long Thibaud Paris (2002), Joseph Joachim Hannover (2000) und ARD München (1999). Mehr als 20 CD-Einspielungen hat er bei namhaften Labels veröffentlicht. Als Solist konzertierte Andrej Bielow mit zahlreichen renommierten Orchestern wie dem New Japan Philharmonic, dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchner Kammerorchester und dem Philharmonischen Orchester Kiew. Er musizierte mit namhaften Dirigenten wie Kurt Masur, Yan Pascal Tortelier, Gianandrea Noseda, Agnieszka Duzcmal oder Christoph Poppen. 2009 brachte er das ihm gewidmete Violinkonzert Nr. 6 von Miroslav Skoryk mit der Philharmonie Lemberg zur Uraufführung.

Mit Vorliebe widmet sich Andrej Bielow der Kammermusik. Er ist gefragter Gast bei Festivals wie dem Schleswig Holstein Musik Festival, Music at Plush, Heidelberger Frühling und den Niedersächsischen Musiktagen. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören Nicolas Alstaedt, Kit Armstrong, Christopher Glynn und Nils Mönckemeyer. Bei der Kronberg Academy trat er mit Gidon Kremer, Juri Bashmet und dem Beaux Arts Trio auf. Von 2005 bis 2014 war er Primarius des renommierten Szymanowski Quartets und gleichzeitig als Dozent im Fach Violine an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover tätig. Darüber hinaus ist er von 2013 an »Visiting Teacher« der Royal Academy of Music in London, seit 2014 Professor für Violine an der Kunstuniversität Graz und leitet Meisterkurse in Europa, USA und Asien. Andrej Bielow spielt eine Violine von Stefan-Peter Greiner, Bonn 1998, aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds.

Andrea Kauten begann ihr Klavierspiel beim Basler Pianisten Albert Engel. Als 13-Jährige stand sie im Finale des Jecklin-Wettbewerbs in Zürich; ein Jahr später gewann sie den 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs. Ausgebildet an der Musikakademie Basel und an der Franz Liszt Musikakademie in Budapest, verfügt Andrea Kauten über ein breitgefächertes Repertoire. Ihre erste CD mit Werken von Liszt, Goldmark und Rachmaninow erschien 1993. Zwei CDs mit Werken von Robert Schumann veröffentlichte sie bei Sony Classical 2006 und 2009. Eine CD mit Werken von Franz Liszt (h-Moll-Sonate, »Dante-Sonate«) erschien 2011. Auf ihrer 2012 aufgenommenen Liszt-Doppel-CD hat die Pianistin Werke für Klavier und Orchester sowie für Klavier Solo eingespielt (Totentanz, Malédiction, Ungar. Fantasie, »Années de Pèlerinage«, Mephisto-Walzer, 14. Ungar. Rhapsodie). Im Dezember 2013 veröffentlichte Sony die Doppel-CD »Andrea Kauten – A Portrait« mit Werken von Ludwig van Beethoven (»Mondscheinsonate« und »Pathétique«), Frédéric Chopin (die große Sonate mit dem Trauermarsch), Franz Liszt (»Consolations«, der »Liebestraum« und die 15. Ungarische Rhapsodie), Robert Schumann (»Album für die Jugend«) sowie Sergei Rachmaninow (das berühmte Prélude op. 3 Nr. 2 in cis-Moll sowie das Prélude op. 23 Nr. 5 g-Moll). Vor wenigen Tagen erst wurde die neuste CD der Künstlerin mit Aufnahmen des Klavierkonzerts Nr. 1 d-Moll op. 15 von Johannes Brahms sowie des Klavierkonzerts Nr. 2 b-Dur op. 18 von Hermann Goetz, begleitet vom ungarischen Savaria Symphony Orchestra unter der Leitung von Ádám Medveczky, aus der Taufe gehoben. Die Produktion wurde bereits von der Fachzeitschrift »Pizzicato« rezensiert und mit dem »Supersonic« ausgezeichnet.

Seit 2006 ist Andrea Kauten künstlerische Leiterin der Kammermusikreihe »Klassik im Krafft-Areal«.



Programm

Ludwig van Beethoven Violinsonate Nr. 7 c-Moll op. 30 Nr. 2
1770 – 1827 1. Allegro con brio
2. Adagio cantabile
3. Scherzo. Allegro
4. Finale. Allegro – Presto
 
Johannes Brahms Violinsonate Nr. 1 G-Dur op. 78
1833 – 1897 »Regenlied-Sonate«
  1. Vivace ma non troppo
2. Adagio – Più andante – Adagio
3. Allegro molto moderato
 
Robert Schumann Große Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 d-Moll op. 121
1810 – 1856 1. Ziemlich langsam – lebhaft
2. Sehr lebhaft
3. Leise, einfach
4. Bewegt
 


Die Violinsonate Nr. c-Moll op. 30 Nr. 2 entstand 1802. Es ist die Zeit, in der Ludwig van Beethovens Schwerhörigkeit einsetzt, in der er das berühmte »Heiligenstädter Testament« verfasste und gleichzeitig der Beginn seiner so bezeichneten »zweiten« Schaffensphase – der »heroischen«. Beethoven selbst schrieb 1802 von einem »neuen Stil«, den er nun erreicht habe. Deutlich ist dieser neue Stil in der Sonate c-Moll vor allem in den Moll-Außensätzen zu hören, deren pathetischer Ton sinfonisch anmutet und in der sich Virtuosität und musikalischer Anspruch verbinden. Mit Opus 30 Nr. 2 sprengt Beethoven die damals üblichen kammermusikalischen Grenzen, die Sonate drängt aus dem adligen Salon in den öffentlichen Konzertsaal.

Die G-Dur-Sonate op. 78 entstand 1878 und 1879, während Johannes Brahms’ Sommeraufenthalt in Pörtschach am Wörthersee, als erste der drei veröffentlichten und mit Opuszahlen versehenen Violinsonaten. Ihr Beiname »Regenlied-Sonate« verdankt sich dem Umstand, dass der Komponist im letzten Satz zwei Melodien aus seinen »Regenliedern« zitiert. Wie ein roter Faden zieht sich ihr punktierter Rhythmus durch alle Sätze und verleiht der Sonate eine beeindruckende formale Geschlossenheit. An Clara Schumann, deren Sohn Felix, Brahms’ Patenkind, in der Entstehenszeit der Sonate verstarb, schrieb der Komponist mit Blick auf das Adagio: »Liebe Clara, wenn Du Umstehendes recht langsam spielst, sagt es Dir vielleicht deutlicher als ich es sonst könnte wie herzlich ich an Dich u. Felix denke«. Eine lyrische Grundstimmung und ein unablässiges Strömen der herrlichsten Melodien prägen dieses Werk. (www.kammermusikführer.de)

Die Violinsonate Nr. 2 in d-Moll komponierte Robert Schumann unmittelbar nach seiner ersten Violinsonate in nur wenigen Tagen in der Zeit vom 26. Oktober bis zum 2. November 1851. Die ironisch gemeinte Begründung des Komponisten: »Die erste Violinsonate hat mir nicht gefallen; da habe ich denn noch eine zweite gemacht, die hoffentlich besser gerathen ist.« Die konzertant angelegte, und deshalb »große« Violinsonate ist dem Leipziger Geiger Ferdinand David gewidmet und stellt an die beiden Ausführenden hohe Ansprüche. Joseph Joachim schrieb über die Sonate: »… sie ist für mich eine der schönsten Schöpfungen der neuern Zeit, in ihrer herrlichen Einheit der Stimmung und Prägnanz der Motive. Sie ist voll hoher Leidenschaft – fast herb und schroff in ihren Accenten – und der letzte Satz könnte an eine Seelandschaft mahnen in seinem herrlichen Auf- und Niederwogen.«



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