»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 10. November 2018, 19.00 Uhr

Offenburger Streichtrio – Andrea Kauten Offenburger Streichtrio – Andrea Kauten


Offenburger Streichtrio

Frank Schilli, Violine
Rolf Schilli, Viola
Martin Merker, Violoncello

Andrea Kauten, Klavier


Das Offenburger Streichtrio wurde 1981 in Offenburg, der Heimatstadt der drei Musiker gegründet. Seit 1987 konzertiert das Ensemble in der heutigen Besetzung mit den Brüdern Frank (Violine) und Rolf Schilli (Viola) sowie dem Cellisten Martin Merker. Nach ersten Unterweisungen durch Mitglieder des legendären »Bartholdy-Quartetts« studierten die drei Musiker bei Walter Levin in Basel (»LaSalle-Quartett«) und bei Hubert Buchberger in Frankfurt. Meisterkurse besuchte das Trio beim »Deutschen Streichtrio« und beim »Trio à cordes français«. Das Offenburger Streichtrio wurde bei mehreren internationalen Kammermusik- wettbewerben in Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden ausgezeichnet. Konzertreisen führten die drei Musiker in viele Länder Europas, aber auch nach Brasilien, Indien, Vietnam, Thailand und Kambodscha, wobei das Trio mehrere Meisterkurse für Kammermusik gab. Mehrfach wurde das Ensemble zu Rundfunk- und Fernsehproduktionen eingeladen, so vom SWR, Schweizer Radio DRS 2, RAI Roma, Radio Catalunya, sowie dem irischen, brasilianischen, russischen und vietnamesischen Fernsehen. Seit 1995 sind die Mitglieder des Offenburger Streichtrios künstlerische Leiter der »Offenburger Kreuzgangkonzerte« und seit einigen Jahren leitet das Trio Kammermusikwochen für Amateurensembles in Deutschland und der Schweiz. Mehrere CD-Einspielungen veröffentlichte das Trio bei ambitus, ANTES und CENTAUR.

Frank Schilli erhielt seinen ersten Violinunterricht bei Hartmut Haug in Freiburg. Er studierte bei Jürgen Schwab in Würzburg und Edith Peinemann in Frankfurt; Meisterkurse bei Wolfgang Marschner und Dora Enschewa ergänzten seine Ausbildung. Der Violinist ist als Solist und Kammermusikpartner gefragt und unterrichtet regelmäßig Kurse in Interpretation im In- und Ausland. Rolf Schilli studierte bei Max Speermann in Würzburg, bei Adelheid Schäfer in Freiburg und in Frankfurt bei Walter Müller. Meisterkurse bei Ulrich Koch und Hariolf Schlichtig und Dirigierstudien bei Hermann Freibott und Jiri Starek vertieften diese Ausbildung. Seit 2001 ist Rolf Schilli künstlerischer Leiter der »Philharmonie am Forum« in Offenburg. Martin Merker studierte Violoncello bei Karine Georgian an der Musikhochschule Detmold, danach an der Musikakademie Basel bei Reinhard Latzko und Ivan Monighetti. Er wurde zweimal erster Preisträger internationaler Kammermusikwettbewerbe (Moncalieri 1993 und Tortona 1994). Ein Stipendium des DAAD ermöglichte ihm 1994/95 einen einjährigen Studienaufenthalt in Barcelona bei dem Casals-Schüler Lluis Claret. Martin Merker ist Mitglied der »Camerata Bern« und Solocellist des Aargauer Sinfonieorchesters. Mehrere zeitgenössische Komponisten widmeten ihm Werke.

Andrea Kauten begann ihr Klavierspiel beim Basler Pianisten Albert Engel. Als 13-Jährige stand sie im Finale des Jecklin-Wettbewerbs in Zürich; ein Jahr später gewann sie den 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs. Ausgebildet an der Musikakademie Basel und an der Franz Liszt-Akademie in Budapest, verfügt Andrea Kauten über ein breitgefächertes Repertoire. Seit 2006 veröffentlicht Andrea Kauten bei Sony Classical. So legte die Pianistin CDs mit Kompositionen von Robert Schumann und Franz Liszt vor. Für ihre 2012 veröffentlichte und hochgelobte Liszt-Doppel-CD hat die Pianistin auch Stücke für Klavier und Orchester (Totentanz, Malédiction, Ungarische Fantasie) eingespielt. 2013 erschien »Andrea Kauten – A Portrait« mit Werken von Beethoven, Chopin, Liszt und Rachmaninow. Vor wenigen Wochen wurde die neuste Doppel-CD der Künstlerin mit Aufnahmen des Klavierkonzerts Nr. 1 von Johannes Brahms sowie des Klavierkonzerts Nr. 2 von Hermann Goetz, jeweils begleitet vom ungarischen Savaria Symphony Orchestra unter der Leitung von Ádám Medveczky, aus der Taufe gehoben. Die Produktion wurde von der Fachzeitschrift »Pizzicato« mit dem »Supersonic«-Award ausgezeichnet. Seit 2006 ist Andrea Kauten künstlerische Leiterin der Kammermusikreihe »Klassik im Krafft-Areal«.

Seit 2006 ist Andrea Kauten künstlerische Leiterin der Kammermusikreihe »Klassik im Krafft-Areal«.



Programm

Jean Cras Trio à cordes
1879 – 1932 1. (Sans indication)
2. Lento
3. Animé
4. Très animé
 
Ludwig van Beethoven Streichtrio Nr. 3 G-Dur op. 9 Nr. 1
1770 – 1827 1. Adagio - Allegro con brio
2. Adagio, ma non tanto e cantabile
3. Scherzo. Allegro
4. Presto
 
Johannes Brahms Klavierquartett Nr. 1 g-Moll op. 25
1833 – 1897 1. Allegro
2. Intermezzo. Allegro ma non troppo – Trio. Animato
3. Andante con moto
4. Rondo alla Zingarese
 


Jean Cras komponierte neben einer Oper (»Polyphème«) hauptsächlich Kammermusik im impressionistischen Stil. Vielleicht wäre er als Musiker und Komponist bedeutender und berühmter geworden, wenn ihm nicht eine ziemlich erfolgreiche Karriere in der französischen Marine gelungen wäre. Tatsächlich erreichte Cras den Rang eines Konter-Admirals und wurde mehrfach im 1. Weltkrieg ausgezeichnet.

Beethovens Streichtrios gehören zu den Stücken, die man eher selten zu hören bekommt. Dabei nehmen die Trios im Frühwerk Beethovens einen prominenten Platz ein. An ihnen wird deutlich, wie sehr der junge Ludwig van Beethoven den Übergang vom 18. ins 19. Jahrhundert markiert. Nicht nur stilistisch, sondern auch soziologisch durch eine Kammermusik, die aus dem privaten aristokratischen Salon in den öffentlichen bürgerlichen Konzertsaal drängt. Sind die Streichtrios bei Haydn und Mozart noch von eher unterhaltendem Charakter, so hat Beethoven mit seinem Opus 9 anderes vor. Alle Werke sind jetzt viersätzig, die Dimensionen der einzelnen Sätze enorm geweitet, der Tonfall bedeutungsvoll und in allen drei Stimmen sind die technischen Anforderungen auf professionelle Spieler ausgerichtet. In der Widmung aus dem Jahr 1798 an den Grafen Johann Georg von Browne bezeichnet Beethoven selbst sie als »das beste seiner Werke«.

Feste Klavierquartettensembles gibt es nur wenige. Die Quartettformationen bilden sich häufig nur für einzelne Auftritte. Trotzdem wurden eine ganze Menge Klavierquartette komponiert. Mit den Klavierquartetten op. 25, 26 und 60 schrieb Johannes Brahms gleich drei Meisterwerke der Gattung. Bereits seit dem Jahre 1855 arbeitete Brahms an seinen Klavierquartetten, zeitweise an allen drei Werken gleichzeitig. Vermutlich bildet Brahms’ Liebe zu Clara Schumann die programmatische Grundlage aller drei Quartette. Das g-Moll-Quartett op. 25 vollendet er als erstes. Es kommt noch im selben Jahr in Hamburg mit Clara Schumann am Klavier zur Uraufführung. Während das Hamburger Publikum eher hanseatisch reserviert reagierte, waren die Wiener anlässlich der ersten Aufführung des Quartetts 1862 sofort begeistert, insbesondere von Brahms’ »Rondo alla Zingarese«. Johannes Brahms erreichte mit diesem Werk sein Entree in Wien. Bis heute ist das g-Moll-Quartett op. 25 eines der beliebtesten Klavierquartette überhaupt. Der Brahms-Biograf Richard Specht äußerte dazu: »Es ist Jugend in all ihrer Not, ihren überschwänglichen Seligkeiten, ihren Enttäuschungen, ihrer Liebeserwartung und ihrer mutigen, durch nichts ganz zu verwirrenden Lebenskraft.«



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