»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 22. Juni 2019, 19.00 Uhr

Monika Egri und Attila Pertis Monika Egri und Attila Pertis


Monika Egri, Klavier
Attila Pertis, Klavier


Das Pianisten-Ehepaar Monika Egri und Attila Pertis stammt aus Budapest und lebt heute in Österreich. Nach ihrem Studium am Béla-Bartók-Konservatorium in Budapest setzten die beiden Musiker ihre Ausbildung in Wien fort, wo sie das zweite Klavierdiplom bei Prof. Heinz Medjimorec an der Universität für Musik ablegten. Das Klavierduo Egri & Pertis siegte bei mehreren internationalen Klavierduo-Wettbewerben. Darauf folgten Einladungen zu namhaften Festivals: Carinthischer Sommer, Wiener Festwochen, Klangbogen Wien, Midem Classique Cannes, Londoner Bishopsgate-Series etc. Weitere Konzertreisen führten Monika Egri und Attila Pertis nach Deutschland, Großbritannien, Kanada, in die Schweiz und die USA, wo sie u. a. im Kennedy-Center in Washington konzertierten.

Die Meinung, dass es nur wenig Literatur für Klavierduo gibt, ist ebenso weit verbreitet wie falsch. Dieser Irrtum wird auch dadurch genährt, dass im Handel tatsächlich nur ein Bruchteil des Duo-Repertoires erhältlich ist. Der größte Teil der Literatur schlummert hingegen in Bibliotheken und Privatsammlungen. Deshalb arbeitet das Duo Egri & Pertis seit vielen Jahren systematisch daran, die Schätze dieser Musikgattung Stück für Stück zu heben und zu neuem Leben zu erwecken. Die Früchte ihrer Forschungsarbeit sind in ihren exklusiven Konzertprogrammen zu hören und durch ihre zahlreichen Ersteinspielungen auf 16 CDs und einer DVD dokumentiert.

Im Jahr 2000 gab es ein umjubeltes Debüt des Klavierduos bei den Wiener Festwochen im Wiener Musikverein. 2002 wurde dem Duo Egri & Pertis der »Franz Liszt-Staatspreis«, 2006 der »Artisjus Preis« und 2007 der »Grammophon Klassik Preis« zuerkannt. Ihre Gesamtaufnahme aller Opernfantasien von Liszt wurde mit dem »Grand Prix International du Disque Liszt« ausgezeichnet.

Seit 2008 weitere Vertiefung in der Schubert-Literatur: Mitarbeit an der Neuen Schubert Gesamtausgabe (Bärenreiter), Komplettierung und Uraufführung der Originalversion des Rondos in D-Dur, Auftritte bei verschiedenen Schubert-Festivals (Schubertiade Atzenbrugg 2008, Schubertiade Dürnstein mit Robert Holl 2010, Bandpräsentation inkl. CD-Aufnahme mit Walburga Litschauer ÖAW 2012. Ihre jüngste Schubert-CD (ein Live-Mitschnitt) enthält Spätwerke und Raritäten des Komponisten.

Weitere Schwerpunkte und Highlights des Duos in den letzten Jahren: Franz Liszt (CD-Ersteinspielung aller Ungarischen Rhapsodien zu vier Händen), Kammermusik mit Sängern (Werke von Schumann und Brahms für Sänger und Klavierduett – mit Robert Holl, Ellen van Lier, Barbara Hölzl und Martin Maier), Aufführungen und Rundfunkaufnahme der »Petite Messe solennelle« von Rossini, Sonderkonzerte für die Internationale Cziffra-Stiftung in Wien, Karneval der Tiere von Saint-Saëns mit Kammermusik-Ensemble sowie mehrere Konzerte im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins.



Programm

Robert Schumann Bilder aus dem Osten op. 66
1810 – 1856 Sechs Impromptus für Klavier zu vier Händen
  1. Lebhaft
2. Nicht schnell und sehr gesangvoll zu spielen
3. Im Volkston
 
Clara Schumann Marsch Es-Dur für Klavier zu vier Händen
1819 – 1896  
   
Felix Mendelssohn Bartholdy Sechs Kinderstücke op. 72
1809 – 1847 1. Allegro non troppo
2. Andante sostenuto
3. Allegretto
4. Andante con moto
5. Allegro assai
6. Vivace
 
Fanny Mendelssohn-Hensel Drei Stücke zu vier Händen
1805 – 1847 1. Allegro
2. Allegro molto
3. Allegretto grazioso
 
Sergei Rachmaninow Romanze A-Dur für Klavier zu sechs Händen
1873 – 1943  
  Walzer A-Dur für Klavier zu sechs Händen
 
  Sechs Stücke für Klavier zu vier Händen op. 11
  1. Romanze c-Moll – Andante con anima
2. Russisches Lied h-Moll – Andantino cantabile
3. Walzer A-Dur – Tempo di valse
 
  Liebesfreud – Paraphrase eines
  Wiener Walzers von Kreisler
   
Camille Saint-Saëns Duettino G-Dur op. 11
1835 – 1921  
   
Franz Liszt Ungarische Rhapsodie Nr. 2
1811 – 1886  
   


Eine literarische Mode der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Entdeckung der orientalisch-persischen Dichtung, inspirierte 1848 Robert Schumann zum vierhändigen Zyklus »Bilder aus dem Osten«. Die sechs Impromptus schrieb er nach eigener Aussage, während er die orientalisierende Rückert’sche Dichtung »Die Verwandlung des Abu Seid von Serug oder die Makamen des Hariri« las. Schumann sah in seinem Opus 66 den »Versuch, orientalische Dicht- und Denkweise […] annähernd auch in unserer Kunst zur Aussprache zu bringen«. Beabsichtigt ist also nicht orientalisches Kolorit, sondern die kompositorische Umsetzung einer Dicht- und Denkstruktur.

Trotz ihrer Pflichten als Ehefrau und Mutter von acht Kindern war Clara Schumann die bedeutendste Pianistin ihrer Zeit. Ihre erste Komposition, geschrieben für den eigenen Vortrag, veröffentlichte sie im Alter von 11 Jahren. Während ihrer Ehe mit Robert komponierte sie Lieder, Romanzen für Violine und Klavier sowie mehrere Klavierwerke. Der Marsch Es-Dur ist Clara Schumanns letzte Komposition. Das Stück entstand 1879 als Geschenk zur Goldenen Hochzeit von Julius und Pauline Hübner.

Das Œuvre des Felix Mendelssohn Bartholdy umfasst ca. 750 Kompositionen. Die »Sechs Kinderstücke« hat der Komponist 1846 noch selbst für eine Veröffentlichung mit der letzten von ihm vergebenen Opus-Nummer 72 vorbereitet (die von der Nachwelt vergebenen Opus-Nummern gehen bis 121). Erschienen sind die Kinderstücke erst nach Mendelssohns Tod im Dezember 1847.

Fanny Mendelssohn-Hensel hinterließ rund 450 Kompositionen: Klavierstücke, Lieder, Kantaten, Kammermusik und eine Orchesterouvertüre. Nur wenige Werke erschienen zu ihren Lebzeiten. Die drei Stücke für Klavier zu vier Händen sind undatiert. Kompositorische Dichte und ausgereifter Klaviersatz deuten auf ein spätes Entstehungsjahr.

Sergej Rachmaninow gelangte vor allem als Pianist zu Weltruhm. Auch als Komponist wandte er sich hauptsächlich dem Klavier zu. Berühmt machte ihn 1892 das »Prélude op. 3 Nr. 2 cis-Moll«. Wo immer Rachmaninow in der Folge konzertierte, sein cis-Moll-Prélude musste er spielen, zumindest als Zugabe. Mit dem Namen Rachmaninow verbindet man vor allem die großen Soloklavierwerke, die berühmten Konzerte und Orchesterwerke. Doch war der russische Spätromantiker auch ein Meister der Musik für zwei Klaviere oder Klavier zu vier Händen.

Als Franz Liszt nach Ungarn zurückkehrt, verehrt man ihn als Verkörperung der nationalen Identität. Mit seinen »Ungarischen Rhapsodien« – pianistisch höchst anspruchsvollen Kabinettstücken – basierend auf »ungarischen« oder »ungarisch empfundenen« Melodien von Volksliedern, wie sie von Zigeunerensembles gespielt wurden, leistet er seinen Beitrag zum »style hongrois«.



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