»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 18. Juni 2022, 19.00 Uhr

Andrea Kauten Andrea Kauten (Photo: Manfred Esser)


Andrea Kauten, Klavier


Andrea Kauten begann ihr Klavierspiel beim Basler Pianisten Albert Engel. Als 13-Jährige stand sie im Finale des Jecklin-Wettbewerbs in Zürich und schon ein Jahr später gewann sie den 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs.

Ausgebildet an der Musikakademie Basel und an der Franz Liszt-Akademie in Budapest, verfügt Andrea Kauten über ein breitgefächertes Repertoire.

Seit 2006 veröffentlicht die Pianistin beim Label »Sony Classical«. Sie spielte mehrere Solo-CDs mit Kompositionen von Schumann, Liszt, Beethoven, Chopin und Rachmaninow ein. 2018 veröffentlichte sie ein Album mit Klavierkonzerten von Johannes Brahms und Hermann Goetz, jeweils begleitet vom ungarischen Savaria Symphony Orchestra unter der Leitung von Ádám Medveczky. Die Produktion wurde von der Fachzeitschrift »Pizzicato« mit dem »Supersonic«-Award ausgezeichnet. Im November 2019 präsentierte Andrea Kauten zusammen mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim die CD »Clara Schumann & Zeitgenossen«. Ihre bisher letzte Veröffentlichung »Promende« mit den Préludes op. 28 von Frédéric Chopin und »Bilder einer Ausstellung« von Modest Mussorgski stellte die Künstlerin im Juni 2021 in Konzerten in Berlin und Fahrnau vor.

Seit 2006 ist Andrea Kauten künstlerische Leiterin der Kammermusikreihe »Klassik im Krafft-Areal«.



Programm

Robert Schumann Aus »Album für die Jugend« op. 68
1810 – 1856 1. Kleine Romanze
2. Ländliches Lied
3. Rundgesang
4. Reiterstück
 
  Kreisleriana op. 16
  Fantasien für das Pianoforte
  1. Äußerst bewegt
2. Sehr innig und nicht zu rasch (Intermezzo I) – Sehr lebhaft (Intermezzo II)
    – Etwas bewegter – Langsamer (Erstes Tempo)
3. Sehr aufgeregt – Etwas Langsamer – Erstes Tempo – Noch schneller
4. Sehr langsam – Bewegter
5. Sehr lebhaft
6. Sehr langsam – Etwas bewegter – Erstes Tempo – Adagio
7. Sehr rasch – Noch schneller – Etwas langsamer
8. Schnell und spielend – Mit aller Kraft
 
Johannes Brahms Aus Sechs Klavierstücke op. 118
1833 – 1897 1. Intermezzo
2. Intermezzo
3. Ballade
4. Intermezzo
6. Intermezzo
 
Franz Liszt Mephisto-Walzer Nr. 1
1811 – 1886 »Der Tanz in der Dorfschenke«
   


Über das 1848 entstandene »Album für die Jugend« erfahren wir im Internet auf den Seiten des Schumann-Portals: »Ursprünglich schrieb der Komponist nur einige Klavierstückchen, die er seiner ältesten Tochter Marie zum Geburtstag schenken wollte. Aber noch bevor Marie ihr Geschenk erhielt, entwickelte Schumann eine Idee, die seine Frau Clara erläutert: ›Die Stücke, die die Kinder gewöhnlich in den Klavierstunden lernen, sind so schlecht, daß Robert auf den Gedanken kam, ein Heft (eine Art Album) lauter Kinderstückchen zu komponieren und herauszugeben.‹«

Für die Romantiker war Musik die Sprache des Gefühls und damit die Kunst, die laut Schopenhauer »alle Regungen unseres innersten Wesens wiedergibt«. Wenn dem so ist, muss die Form eines Werks psychologisch bestimmt sein und nicht durch ein überliefertes Formschema. Dieses Musikverständnis leitete Robert Schumann bereits in seinen frühesten Klavierkompositionen und ganz besonders bei der Komposition der Kreisleriana op. 16.

In den Kreisleriana setzte Schumann seinem musikliterarischen Vorbild E.T.A. Hoffmann, der Jahrzehnte vor Schumann unter dem Pseudonym Johannes Kreisler für die »Allgemeine musikalische Zeitung« bereits in ähnlichem Stil wie er selbst geschrieben hatte, ein Denkmal, indem er diese fiktive Figur aus Hoffmanns Roman »Lebensansichten des Katers Murr« in acht genialisch in wenigen Tagen hingeworfenen Klavierfantasien musikalisch umsetzte. Mit ihren zum Teil dämonisch-hintergründigen, teilweise auch skurrilen, beinahe improvisatorisch wirkenden Charakter sind diese nächtlichen Stimmungsbilder ein direkter Widerhall romantischen Künstlertums. (Quelle dieses Absatzes: Dr. Karin Steinebrunner im Booklet der CD »Robert Schumann« von Andrea Kauten)

Nach seinem Streichquintett op. 111 wollte Johannes Brahms eigentlich nichts mehr komponieren. Aber die Bekanntschaft mit dem Klarinettisten Richard Mühlfeld brachten ihm neue Kreativität und Lebensfreude und es entstanden in den Jahren 1891 und 1894 kammermusikalischen Meisterwerke für die Klarinette (op. 114, op. 115 und op. 120). Dabei blieb es aber nicht: In den Jahren 1892 und 1893 komponierte Brahms in rascher Folge 20 Klavierstücke (op. 116 – op. 119). Die kurzen, schmucklosen, alles Überflüssige weglassenden und undramatischen Stücke künden meist von Melancholie und Resignation und stehen eher selten auf den Programmzetteln.

Den »Mephisto-Walzer Nr. 1« hat Liszt nach der Faust-Dichtung von Nikolaus Lenau komponiert. Faust und Mephisto betreten ein Wirtshaus. Mephisto nimmt sich die Geige eines Bauern und spielt einen wilden Tanz. »… und feuriger, brausender, stürmischer immer,/ wie Männergejauchze und Jungferngewimmer,/ erschallen der Geige verführende Weisen,/ und alle verschlingt ein bacchantisches Kreisen« (Lenau).



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